[Bitte fügen Sie hier selbstständig einen Einleitungssatz samt Coronabezug ein!] Leute, Leute. Diese Pandemie hat echt Ausdauer (ich eher weniger). Das macht es gar nicht so leicht, “Hallo” zu sagen und gleichzeitig einen Bezug zur aktuellen Lage zu finden (zumal die ja momentan auch wenig mutmachend ist). Während ich Corona also eigentlich nur noch, na ja, gern anschreien möchte, schaue ich dieser Tage umso liebevoller auf mein Strickkörbchen. Manchmal auch ziemlich sehnsuchtsvoll. Denn Zeit zum Stricken findet sich im Lockdown-Alltag eher weniger. Dennoch ist es nie verkehrt, zu überlegen, was man wohl als nächstes stricken könnte. Deswegen: Herzlich willkommen zum virenfreien Samstagskaffee, mit schönen Strickideen (auch für Anfänger!) und ein bisschen Netzgeflüster.

Ich finde den Januar, und wohl auch den Februar, stricktechnisch gar nicht so leicht. Will ich noch ein großes Wintersweaterprojekt starten? Auf die Gefahr hin, dass mir eine Pandemie (oder auch der schnöde Alltag) dazwischengrätschen und der Traumpulli erst im März/April fertig wird und dann nicht getragen werden kann? Oder will ich lieber schon dünne Shirts und zarte Cardigans stricken, auch wenn der Gedanke daran mich noch frösteln lässt? Schwierig!

Eine Lösung: Accessoires stricken! Zum Beispiel kuschlige Mützen, die ihr ruckzuck fertig habt und deswegen diesen Winter noch sicher ausführen könnt. Wer Zopfmuster mag und vielleicht sogar schon mit Zopfnadel gearbeitet hat, für den wäre auf jeden Fall die Mütze No. 02 von Rosa P. ein tolles Modell. Ihr beginnt am Bündchen und arbeitet dann in Runden nach oben. Wer mag, kann die Mütze mit einem Pompom oder einem (Kunstfell-)Bommel toppen. Gestrickt wird mit der Carpe Diem von Lang Yarns.

Sehr schick finde ich auch den Nabo Hat von Woolfolk. Auf den ersten Blick dachte ich, die Mütze wäre im Patent gestrickt. Stattdessen aber wird es zweifarbig im sogenannten corrugated ribbing gestrickt. Das besondere an diesem kaum dehnbaren Rippenmuster: Alle rechts gestrickten Maschen werden in der einen, alle links gestrickten Maschen in der anderen Farbe gestrickt. Beim Garn würden wir hier ebenfalls zu Carpe Diem greifen.

Pullover für Anfänger

Immer wieder werden wir nach anfängertauglichen Strickprojekten gefragt. Zufällig (oder durch Bestimmung) habe ich die Tage einen Sweater gefunden. Er eignet sich für alle, die gerne mit dem “Pullover-und-Cardigan-Stricken” anfangen wollen, aber vielleicht noch kein passendes Modell wissen.

One Sweater von The Fibre Co. ist ein klassisches Top-Down-Modell, wird also von oben nach unten gestrickt. Ihr arbeitet sowohl mit verkürzten Reihen als auch mit Raglanzunahmen. Bitte nicht erschrecken: Das klingt komplizierter als es ist. Was ich ebenfalls toll an diesem Modell finde: Ihr könnt ihn in unheimlich vielen Größen stricken und in der Länge variieren. Außerdem kann er sowohl von Männern als auch von Frauen getragen werden. Zudem hat The Fibre Co. auch Videos produziert, die die einzelnen Schritte der Anleitung ergänzen. Bei uns findet ihr ebenfalls Videomaterial, zum Beispiel zu verkürzten Reihen mit Doppelmaschen (natürlich auf Deutsch ;-)). Schaut einfach mal hier vorbei. Die Anleitung zum Sweater gibt es übrigens auch auf Deutsch!

Als Garn hat The Fibre Co. natürlich eine hauseigene Qualität verwendet: Cumbria ist eine Kombination aus brauner Wolle der englischen Schafrasse Brown Masham (30 %), amerikanischer Merinowolle in Superfine-Qualität (60 %) und argentinischem Mohair (10 %). Leider haben wir momentan nicht alle Farben ausreichend auf Lager. Als Alternative können wir uns Cotton Cashmere von Rowan vorstellen. Hier habt ihr auch den Vorteil, dass das Gestrick nicht so warm ist wie mit Cumbria. So könnt ihr den Sweater auch wunderbar im Frühling tragen.

Flausch-Alarm!

Für fortgeschrittene Anfänger wäre der Mapala Sweater von Rosa P. in der Mohair-Edition ein schönes Projekt. Der Pullover wird doppelfädig mit einer Rundpasse von oben nach unten gestrickt. Das hohe Halsbündchen wird zunächst provisorisch angeschlagen, dann nach innen geklappt und an der Anschlagkante zusammengestrickt. Für die unterschiedlich langen Saumbündchen werden Vorderseite und Rücken geteilt und separat beendet.

Diese unterschiedlich langen Bündchen gefallen mir richtig gut. Und der Flausch. Und die Farbe, die Rike für ihr Modell gewählt hat. Die Garnkombi, die wir für euch ausgesucht haben, gefällt mir übrigens auch: doppelfädig Tynn Silk Mohair von SANDNES. Je nach Maschenprobe strickt ihr mit ca. 6 mm Nadeln und seid also flott unterwegs. Der Sweater ist für einen Brustumfang von 97 bis 137 cm konzipiert. Wer kein Fan von Mohair ist, könnte die ursprüngliche Version des Mapala stricken. Im Strickkit findet ihr die Valley Tweed von Rowan aus 100 % Wolle.

Tücher gehen immer

Immer wieder als Projekt gehen natürlich Tücher. Ich muss es wissen: Eines liegt eigentlich immer im Projektkörbchen. Und eines habe ich um den Hals. Und im Schrank…na, ihr wisst schon.

Direkt anschlagen würde ich am liebsten die Stola Aisé II von Espace Tricot. Die Anleitung ist zwar auf Englisch, aber mit Blick auf das fertige Stück glaube ich, dass sie wirklich gut zu meistern ist. Als Garnkombi würden wir hier Kinu und Sensai von ITO vorschlagen. Ohne Mohair wäre auch Duo von SANDNES möglich.

Und für alle, die in diesen Zeiten mal wieder eine Umarmung brauchen (der kleine Schneemann Olaf lässt grüßen!), wäre – absolut coronakonform – das Tuch Umarmung von Janukke eine schöne Option. Eine luxuriöse Garnwahl wäre hier Cashmere Worsted von Pascuali (durch die Weichheit des Garns wäre die Handcreme quasi inklusive). Möglich – und kuschlig – wäre auch eine Kombination aus Mini Alpakka und Tynn Silk Mohair sowie Duo und Tynn Silk Mohair (alle SANDNES). Bei letzterem kommt ihr mit der Maschenprobe vermutlich nicht ganz hin, was aber bei einem Tuch zu verschmerzen sein sollte. Das Muster besteht aus rechten und linken Maschen, die an Diamanten erinnern. Wenn ihr mit Mohair strickt, tritt das Muster etwas in den Hintergrund – das sollte man bei der Garnwahl natürlich bedenken.

Neu im Shop und auf dem Blog

Noch recht frisch im Shop ist das tolle Färbezubehör von ITO. Für alle, die ihre Farbe nicht gefunden haben. Die ein missglücktes Projekt retten oder mal wieder batiken wollten. Auf dem Blog habe ich euch die Woche genau erklärt, was ihr beim Färben mit den ITO-Produkten beachten müsst. Die einzelnen Schritte hat Sandra für euch ausprobiert und versorgt uns mit detaillierten Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Im Shop haben wir außerdem Neuzugänge bei unseren Büchern. Und zwar von Laine aus Finnland. Ich sag euch, jetzt kochen die da auch noch in Tampere! Aber auch das machen sie gut und schön illustriert. Laine fungiert als Herausgeber, Pia Alapeteri ist Autorin von Friends in Food. Und im Grunde ist das Buch ideal dafür geeignet, jetzt schon das Essen zu planen, wenn wir endlich, endlich wieder in großer Runde schlemmen, genießen und erzählen können.

Das zweite Buch kennt ihr vielleicht schon: In Fair Isle Weekend findet ihr acht einzigartige Fair-Isle-Projekte von Mary Jane Mucklestone. Ihre Ideen und Inspirationen hat die Designerin direkt von der Insel Fair Isle, die zu den Shetlandinseln gehört. Im letzten Herbst habe ich euch mehr zum Thema mehrfarbiges Stricken erzählt – schaut gern noch mal vorbei! Und ich kriege gerade so unglaubliche Reiselust. Mann, Corona, geh weg!

Maschenfein-Strickrunde

Macht Corona natürlich nicht. Also tröste ich mich mit euren schönen Bilder aus unserer maschenfeinen Strickrunde.

Bei Melanie zieht neben einem neuen Projekt auch ein bisschen Frühling ein – das klingt doch nach einer perfekten Kombi! Welches Projekt sie strickt, erfahrt ihr in ihrem neuesten Posting! Und bei Simone ist der Cardigan Mariechen von Isabell Krämer aus Premium Silk von Regia auf den Nadeln. In einer sehr, sehr schönen Farbe, wie ich finde.

Tücher findet ihr natürlich auch immer in unserer Strickunde. Bei Danny zum Beispiel das Water Tuch aus der Snefnug. Und dann habe ich mich über einen weiteren Loop Encadré gefreut. Francesca hat ihre Version aus der Milano von LAMANA gestrickt. Toll geworden, oder?

Wir wünschen euch jetzt ein schönes Wochenende mit noch mehr Kaffee und vor allem ganz viel Strickzeit!

Sophia

Über Sophia

Ich bin Sophia, lebe in Würzburg und kümmere mich seit Oktober 2020 um die Blogbeiträge, den Newsletter, plane den Podcast und denke mir Aktionen für Social Media aus. Ganz nebenbei bin ich zufälligerweise auch stricksüchtig, was mir bei der Arbeit zugute kommt.

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