Jessica hat auf ihrem Blog einen letzten Gruß in die Strick-Welt geschickt. Sie hat ihren Kampf gegen den Krebs verloren, von dem wir so wenig erfahren haben und den wir anhand einiger ihrer Bilder nur erahnen konnten. Ich möchte ihr heute meinen Samstagskaffee widmen und ein wenig erzählen, was ich von Jessica in den letzten Jahren so mitbekommen habe.

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Wir haben uns 2013 auf einer Blogger Konferenz kennen gelernt. Jessica saß meist strickend und meistens mit Heidi, einer norwegischen Strick-Bloggerin, irgendwo und verteilte ihre schoenstricken-Visitenkarten. Schoenstricken war damals ein gutes Jahr alt. Ich war derzeit zwar auch schon vom Strick-Virus infiziert, schrieb aber noch meinen alten DIY-Blog. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie sehr ich darüber staunte, zwei reine Strick-Bloggerinnen zu treffen – wie um alles in der Welt, kann man nur so viel stricken, dass man einen ganzen Blog damit füllen kann? Heute weiß ich es natürlich selbst besser.

Der Blog schoenstricken ist in der deutschen Strick-Welt eine feste Instanz. Gemeinsam mit ihrer Strick-Expertin Katrin hat Jessica über die Jahre eine tolle Community aufgebaut, Bücher geschrieben, Knit und Crochet Alongs veranstaltet und viele LeserInnen (wieder) an die Nadeln gebracht. Ihre Idee, die Garne in ihrem ersten Online Shop nach Berliner Bezirken zu nennen, war einfach genial und die Idee schlug bombig ein. Später entwickelte sich daraus eine feste Kooperation mit Lang. Ich glaube ihr sofort, dass sie noch so viele Ideen hatte. Und sie hätte sie auch umgesetzt. Da bin ich mir sicher.

Wir haben uns über die Jahre immer mal wieder getroffen. An einem Blogst-Workshop, im Laden von Nina, bei Ninas Buchparty oder auch mal einfach so. Meist hatte sie ihre kleine Tochter dabei. Irgendwann hat sie mir auch mal einen großen Schwung Wolle zugeschickt, womit ich dann ihren Lace-Schal beim damaligen Knit Along gestrickt habe. Sie hat wie verrückt an all ihren Ideen rund um schoenstricken gearbeitet. Es war wahnsinnig viel Arbeit. Die Bücher, die Knit Alongs, die vielen zu verpackenden Bestellungen.

Über den Krebs, hat Jessica geschwiegen und nur wer genau hinsah, konnte in ihren Bildern erkennen, ob es eine gute Phase oder einer eher schlechte Phase war. Ich wusste von ihrer Krankheit erst seit wenigen Monaten und immer wenn es so lange still in ihrem Blog war, hatte ich ein mulmiges Gefühl.

Liebe Jessica, wir hatten uns schon eine Weile nicht gesehen oder gesprochen. Nur ab und an ein Austausch auf Facebook oder ein Like bei Instagram. Du hattest noch so viel vor und so viele Ideen. Es tut mir von Herzen leid, dass Dich diese Krankheit so Mitten aus dem Leben gerissen hat. Ich wünsche Deiner Familie und Deiner kleinen Tochter einfach unendlich viel Kraft.

Ich denke an Dich.

Marisa

Über Marisa

Die ersten Maschen schlug ich mit meiner Oma Lotti mit etwa fünf Jahren an, im Jahr 2014 gründete ich "Maschenfein". Was als Blog begann ist heute zu dem Online Shop für Wolle & Strickzubehör geworden, den ich mir immer gewünscht habe.

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