Unsere Maschenfein Community ist über die Jahre beachtlich gewachsen und viele von Euch sind richtige Experten. Manche stricken ab und an und es stossen auch immer wieder Strickneulinge zu uns, die dann natürlich meist nach dem ersten Projekt wieder kommen und bleiben – eh klar! Oft erreichen uns Fragen für Fortgeschrittene, oft aber auch viele Fragen über das Stricken für Anfänger. Und ganz manchmal sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Vom Strickanfänger zum Experten

Nach einigen vielen tausenden Kilometern verstricktem Garn weiß ich ganz genau was ich tue und manche Fragen öffnen mir dann gern mal die Augen und machen mir klar, dass vieles eben nicht direkt klar ist. Dass ich vieles tue, ohne darüber nachzudenken. Wie zum Beispiel das Spannen der Strickstücke, über das ich neulich schrieb. Beim Lesen der vielen, vielen Fragen zum Thema erinnerte ich mich daran wie ich vor vielen Jahren nächtelang nach den Begriffen “Spannen” und “Blocken” herumgoogelte und das für mich ein Buch mit sieben Siegeln war.

Die erste Strickjacke stricken

Meine Freundin Martina, die Maschenfein seit den Anfängen freiberuflich begleitet, konnte den Stricknadeln viele Jahre widerstehen. Im vergangenen Herbst war es dann doch um sie geschehen. Das Cover-Modell unseres Hygge-Buches wurde ihr erstes Projekt. Direkt als Anfängerin einen Cardigan zu stricken ist schon wirklich mutig. Irgendwann stand sie mit dem Teil dann hier vor meiner Tür, ich zog einen Rettungsfaden ein und ribbelte ein Viertel des Cardigans, weil er viel zu lang geworden war. Mittlerweile ist er fertig und Martina strickt noch immer. Eine der mutigsten Anfängerinnen in der Maschenfein Community! Da kam mir eine Idee…. Heute erzählt Martina mehr über das Stricken für Anfänger: Viel Spaß beim Lesen!


„Sag mal, hättest du Lust und Zeit eine Kolumne „Stricken für Anfänger“ zu machen? Mit schönen Bildern, Fragen und Antworten für einen Strickanfänger.“

Stricken für Anfänger Zubehör

Als Marisa mir vor ein paar Wochen diese Frage stellte habe ich ehrlich gesagt keine Sekunde gezögert. Was für eine Ehre! Ich darf etwas schreiben (meine eigenen Blogzeiten liegen Jahre, ach was sage ich Lichtjahre zurück) und dann auch noch über ein Thema, das für mich noch vor einem halben Jahr völlig utopisch war! Utopisch, weil ich wirklich keine Ahnung vom Stricken hatte und auch immer gesagt habe, dass ich das NIE niemals lernen werde.

Früher lernte man Stricken und Häkeln in der Schule

Wenn ich in der Schule etwas stricken oder häkeln sollte, habe ich es immer irgendwie geschafft, dass meine Oma diese Projekte für mich so zu Ende gebracht hat, dass ich aus diesem Spiel nicht mit einer glatten 6 rausgegangen bin. Ihr versteht mich!
Meine Kinder sind da deutlich begabter, seit Jahren gehen sie auf eine Waldorfschule und mein Sohn bringt mir immer wieder Projekte nach Hause, die mich in absolutes Staunen (und leichten Neid) versetzen.

Und Marisa? Seitdem ich sie kenne beneide ich sie um ihre Gabe aus diesen wirren Wollknäulen wunderschöne Kleidungstücke zaubern zu können. Immer wieder überlegte ich, wie ich sie bestechen könnte, mir auch mal so ein Teilchen zu erstellen.
Und dann begann unsere kreative Zusammenarbeit als ich für sie das Corporate Design für ihr neues Label Maschenfein erarbeiten durfte. Und ich witterte die Gunst der Stunde, denn lange haben wir überlegt, wie sie mich dafür entlohnen kann, da sie logischerweise wie alle Start-ups nur wenig Kapital zur Verfügung hatte. Ich war sofort dafür in Strickwaren bezahlt zu werden. Dieser Deal hat bedauerlicherweise nicht geklappt, denn wann soll eine Mutter und Shopgründerin auch noch für ihre Freundin stricken? So kam ich also nicht an die ersehnten Stücke.

Die Geschichte nahm ihren Lauf und es kam, wie es kommen musste…

Marisas erstes Buch kam raus: Tücher stricken… da war ich noch entspannt, Tücher hatte ich genug. Dann kam das zweite Buch… Das Dritte…! Ich habe Marisa immer noch bewundert und beneidet… Aber dann kam „hygge“ und mit diesem Buch kam diese Oversize Jacke – Feikje, in MEINER Farbe. Ich war so verzweifelt. Ich habe hin und her überlegt, ob ich nicht irgendjemanden bestechen könnte, mir diese Jacke zu stricken.

In meiner Not habe ich eine andere Strickverrückte aus meinem Umfeld gefragt, ob sie mir zutrauen würde, diese Jacke zu stricken. Die Antwort kam prompt und fiel für mich optimal aus: Wenn ich Hilfe bräuchte, könnte ich sie immer fragen, sie hätte das gute Stück nämlich auch gerade auf den Nadeln. Der erste Rat war auch, dass dies ein ideales „Anfängerstück“ wäre, weil man mit großen Nadeln strickt.

Stricken für Anfänger Nadeln

Was soll ich sagen: Ich habe noch am selben Tag die Wolle bestellt. Und da ich keinerlei Nadeln etc. bis zu diesem Moment besaß habe ich mir auch noch eine kleine Grundausstattung zugelegt.

Was brauche ich eigentlich um los zu stricken?

  • Die Wolle für das Strickprojekt,
  • die passenden Nadeln,
  • eine Schere,
  • Stopfnadeln (gerne etwas dicker mit einem großen Loch, damit die Wolle auch durchpasst),
  • Maschenmarkierer (nicht für alle Projekte, aber doch für einige),
    Maßband,
  • Notizbuch für alle Notizen rund um das Projekt Tipp

Stricken für Anfänger Blog

Ich würde am Anfang immer ein Projekt mit einer großen Nadelstärke wählen. Das garantiert ein relativ schnelles Vorankommen und somit auch einen raschen Erfolg. Dann kam das Paket liebevoll verpackte Wolle, die Nadeln einfach nur schön und mein erster Gedanke: Du musst wahnsinnig sein! Das schaffst du nie!!!

Und dann habe ich die Anleitung gelesen, naja, sagen wir mal so, ich habe versucht sie zu lesen. Linksverschränkt… RM … Zunahme aus dem Querfaden … MM … isländisch abk. … WM arbeiten, rechts str bis 1 M vor Ende, RM … RM, rechts str bis MM, MM abh, rechts str bis 2 M vor MM, M1R, 2 M rechts, MM abh, 2 M rechts, M1L, von * bis * noch 4x wdh …… Bitte was wollen die von mir? Ich war nicht ganz sicher, ob es nicht doch schlauer wäre das ganze Vorhaben gleich sein zu lassen und jemand anderem diese sündhaft teuren, aber so wunderschönen Wollknäule zu vermachen?

Wie sollte ich also vorgehen? Kurzerhand habe ich mir vorgestellt, ich würde eine neue Sprache lernen, darin bin ich nämlich ganz gut. Also habe ich mir über alle Abkürzungen die richtigen für mich verständlichen Bezeichnungen drübergeschrieben. Als Übersetzung sozusagen. Dann sah alles schon wesentlich verständlicher aus und las sich auch so, das ich zumindest langsam eine Ahnung davon bekam, was ich tun soll.

Stricken für Anfänger Projekt

Aber wie fange ich richtig an?
Maschenprobe? Was ist das wozu braucht man die?

Das Hauptproblem beim Stricken ist ja, dass jeder Mensch anders strickt. Die einen stricken fest, die anderen locker, die dritten irgendwo in der Mitte. Will heißen: Am Ende kommen bei drei Menschen drei unterschiedliche Strickstücke raus. Verrückt, aber dafür gibt es die Maschenprobe. Daran könnt Ihr genau sehen wie Ihr strickt.
Anfänger stricken in der Regel etwas fester als andere. Ich habe viermal alles aufgeribbelt bis ich endlich da war, wo ich hinwollte und was soll ich sagen, am Ende wurde die Jacke doch größer als ich es mir vorgestellt hatte, weil ich auf dem Wege dahin gelernt habe, nicht mehr so fest zu stricken. Aber davon erzähle ich später.

Konnte ich euch etwas Mut machen, euch ans Stricken zu wagen?
Dann würde ich mich sehr freuen, wenn wir uns bald hier wieder lesen, denn dann erzähle ich euch davon, wie man die Anleitung sich für Dummies umschreibt. Ich erzähle etwas über die richtige Nadel. Ich werde berichten, was man macht, wenn man gar nicht mehr weiter weiß und euch sagen: GEDULD ist der Schlüssel zum Erfolg.


Über mich: Ich bin Martina, 48 Jahre, Creative-Director, Freiberuflerin, Mutter von zwei wunderbaren Kindern und Marathon-Läuferin.
Mein Lebensmotto: There is no such thing as a free lunch.
Ich freu mich über all eure Fragen und Kommentare und hoffe, dass ich euch mit meiner Kolumne genauso strickverrückt machen kann, wie ich es geworden bin.

Pia

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