Stricken für sommerliche Temperaturen

Sommertops

Sobald die Tage länger und wärmer werden, machen wir uns Gedanken über unsere Sommergarderobe. Gestrickt werden dann mit Vorliebe Tops. Sie sind luftig, leicht und ohne Ärmel schön schnell fertig gestrickt. Da wir große Fans von Tops in allen möglichen Varianten sind, stellen wir euch diese schnell gestrickten Sommerteile heute mal genauer vor. In unserer Auswahl findet ihr bestimmt ein Lieblingsteil, das ihr immer und immer wieder tragen wollt.
Denn wie sagte mal eine weise Strickerin? “Wenn es keine Ärmel hat, zählt es nicht als Projekt”. Wenn das kein Grund ist, noch das ein oder andere Top im Sommer in die Strickliste einzuschieben?

Was macht ein Sommertop aus?

Gehört ihr auch zu den Stricker:innen, denen manchmal die Motivation beim Ärmelstricken abhanden kommt? Dann sind Sommertops die willkommene Abwechslung für euch! Denn das ist das herausragende Merkmal: Sommertops werden immer ohne Ärmel gestrickt. Was einfach klingt, ist dennoch sehr variantenreich. Soll der Stil eher schlicht sein oder mögt ihr es gemustert? Und dann die Frage des Ausschnitts und der Träger. Ob ihr dabei ein Tanktop mit einem relativ engen Ausschnitt oder eine Variante mit Spaghetti-Trägern und tiefem Ausschnitt wählt, bleibt euren Vorlieben überlassen.
Beleuchten wir aber zunächst die unterschiedlichen Trägervarianten. Neben den klassischen “mittelbreiten” Trägern, zeigen wir euch hier die Varianten mit sehr dünnen Trägern und sehr breiten, die eigentlich gar nicht mehr an Träger erinnern.

Tanktops

Tops, die vom Schnitt her an ein T-Shirt, das ohne Ärmel daherkommt, erinnern, bezeichnet man als Tanktops. Tanks, wie sie auch genannt werden, haben meist eine coole und lässige Ausstrahlung. Sie eignen sich genauso hervorragend für einen Freizeitlook mit Jeans und Sneakers, wie unter einem Blazer für Business-Meetings. Natürlich ist dabei vom zeitlosen Basic-Teil bis zur verspielteren Version alles möglich.
Das THEA Top von Paula_M ist ein luftig leichtes Sommertop im besagten Stil eines Tanktops. Das Top sollte mit etwas Bewegungsfreiraum zum Körper gestrickt werden, damit es schön locker fällt. Iris von Ririko ist ein femininer, bequemer, ärmelloser Pullover in A-Linie, der von oben nach unten in einem Stück gestrickt ist.
Das Wietske Tank von steffiestudio ist ein ärmelloses Top aus Doppelripp. Es hat eine taillierte Form und einen hohen Halsausschnitt. Der Saum endet auf Höhe des Hüftknochens für eine bequeme Länge.

Tops mit Spaghetti-Trägern

Bei Spaghetti denken wir an eine leckere Portion unserer Lieblingspasta – gerne auch in der Eisvariation. Dass es auch Tops mit diesem Namen gibt, kommt nicht von ungefähr. Das Wort “Spaghetti” stammt aus dem Italienischen und bedeutet „Schnürchen“. In der Mode weist es auf die geringe Trägerbreite des Kleidungsstücks hin. Solche Tops sind sehr luftig und zeigen mehr Haut.
Das Cumulus Top von PetiteKnit gehört zur schlichten Cumulus-Serie. Die Ausschnitte werden mit einem I-Cord eingefasst, der gleichzeitig der Träger wird. Camisole No. 4 von My Favourite Knitwear ist ein feminines Sommertop im Bohème-Stil. Die dekorativen Zunahmen an den Vorderteilen verleihen dem Oberteil eine schöne Passform und Charakter, während das Rippenmuster in Kombination mit der Garnstruktur einen fast gehäkelten Look erzeugt. Auch beim Chrysler Top von Knitting for Olive werden die Träger als I-Cord Träger gefertigt – allerdings etwas breiter. Es ist ein simples und elegantes Rippentop, inspiriert von New Yorks bekanntem Chrysler Building.

Die herrliche Qual der Wahl beim Design

Wenn man sich dann entschieden hat, welche Art von Top man möchte, gilt es noch den Stil festzulegen. Wir können uns im Grunde an der gesamten Bandbreite, die Strickdesigner:innen in ihrem Repertoire haben, bedienen. Die meisten haben mindestens ein Top im Portfolio. Eher schlichte Tops haben wir euch oben bei den Tanks und den Spagetthiträgern bereits gezeigt. Nun wollen wir uns um etwas auffälligere Designs kümmern.

Struktur

Wenn das Top vom Schnitt her eher schlicht ist, kann man sich ordentlich in der Struktur der Strickstück austoben. So oder so ähnlich müssen die Überlegungen der Designerinnen der Tops, die wir euch für diese Kategorie herausgesucht haben, gewesen sein. So schön mindless knitting ist, ist es doch manchmal umso schöner, den Kopf durch das Stricken abwechslungsreicher Muster wach zu halten.
Das Seedy Top von Clarissa Schellong hat ein Strukturmuster aus einer Mischung aus Ripp- und Perlmuster. Durch seitliche Zu- und Abnahmen wird dieses Muster noch hervorgehoben und das Top erhält eine tolle Silhouette. Die Struktur vom RENO Top von Paula_M kommt dadurch, dass es gehäkelt wird. Es ist ein schlichtes, kurz geschnittenes Tanktop und passt perfekt zu sommerlichen Highwaist-Hosen und -Röcken. Der Slanting Slip-On von Anne Ventzel wartet gleicht mit zweierlei Struktur auf. Ein grafische Muster verläuft aus dem Halsbündchen heraus über die Schultern und nach außen an der Brust vorbei, bis ins untere Bündchen. Der Rumpf des eleganten Tanktops wird in einem tollen Reliefmuster gestrickt.

Muster

Struktur ist euch noch zu wenig? Euer Top sollte doch lieber mehr Muster haben? Kein Problem, auch das haben wir für euch vorbereitet! Bei Tops besonders beliebt sind Lochmuster. Das passt gerade im Sommer schön, wird die Gardeobe dadurch doch noch luftiger. Und falls es etwas kühler sein sollte, kann man Tops mit Lochmuster hervorragend mit einem feinen, leichten Unterhemd darunter tragen.
Das June Topp von SandnesGarn besticht durch ein gleichmäßiges und schlichtes Lochmuster. Tiril 15 Havre singlet von SandnesGarn – ein Tanktop nach einem Design von Tiril Eckhoff – wirkt dagegen durch die Lochmustergruppen etwas weniger schlicht. Das Olive Top von Knitting For Olive hat ein deutlich auffallenderes Muster. Es besteht klompett aus dem beliebten Olive-Muster für das Knitting For Olive bekannt ist. Die feinen Träger des Spaghettitops werden als I-Cord gefertigt.

Streifen

Streifen gehen immer! Beim getragenen Strickstück und auch beim Stricken, wenn man durch “ach, einen Streifen stricke ich noch” plötzlich viel schneller vorankommt. Ihr findet klassische Querstreifen langweilig? Wir beweisen euch anhand unserer drei Streifen-Favoriten, dass Streifen sehr vielfältig sein können. Sie sind schlicht, elegant aber niemals langweilig.
Mit schrägen Streifen in V-Optik trumpft das Lines Summertop von Rust Knitwear auf. Die Streifen entstehen dabei aus verkreuzten Maschen. Aber dieses coole Sommertop kann noch mehr: in der Anleitung findet ihr die Möglichkeit, es sowohl mit Spaghettiträgern als auch mit breiten Trägern zu stricken. Argil von Claire Lakewood hat dagegen klassische farbige Streifen. Die Konstruktion dieses Shirts ist aber so raffiniert, dass die Streifen auf der Vorderseite nicht nur horizontal sonder im unteren Teil auch vertikal angeordnet sind. Deutlich schlichter sind die Streifen beim CÉCILE Top von Paula_M. Sie entstehen durch ein breites Rippenmuster.

Feine Details

Nun zeigen wir euch die Königsdisziplin bei den Sommertops: schlichte Designs mit feinen Details. Das passt immer dann, wenn man es grundsätzlich am liebsten schlicht mag, aber die kleine Brise Extravaganz trotzdem nicht missen will. Oder aber auch, wenn man ein aufregendes Muster besonders in Szene setzen will. Weniger ist hier tatsächlich mehr.
Das Posy Tank Top von Along avec Anna präsentiert sich oben schlicht und gibt dann am unteren Bund alles mit einem wunderschönen Lacemuster . Als i-Tüpfelchen werden die Schultern dieses schönen Spaghetti-Tops mit einem I-Cord gebunden. Beim Virginia Top von Miriam Walchshäusl ist der Rücken das Highlight des ansonsten schlichten und figurschmeichelden Tops. Er wird durch einen feinen dreieckigen Laceeinsatz gebildet, der die beiden Schulterträger hält und mit einem Spitzenbesatz abgeschlossen werden kann. Auch beim Tulipe Top von Matilda Kruse ist der Rücken der besondere Hingucker. Vorne ist das Top ganz schlicht in glatt rechts gehalten. Den Rücken ziehrt ein tiefer V-Ausschnitt, der von einem schönen Spitzenmuster umrahmt wird.

Unentschlossen?

Jetzt haben wir euch den Mund ganz schön wässrig gemacht, nicht wahr? So sehr, dass ihr euch nicht entscheiden könnt, womit ihr beginnen wollt? Wenn ihr euch so gar nicht entscheiden könnt, wäre etwas Kleines genau richtig, um die Gedanken und Wünsche zu ordnen. Denn auch Kinder sollen in unserer Auswahl nicht zu kurz kommen.

Falls ihr aber immer noch nach dem perfekten Sommertop für euch sucht, könnt ihr hier nochmal in aller Ruhe durch sämtliche maschenfeinen Strickkits und Wollpakete zu Tops stöbern. Viel Spaß!

Eine Frage des Garns

Aber halt, wir sollten noch einen Blick auf die passenden Garne werfen. Für Sommerstrick sind am besten tierhaarfreie Fasern geeignet, da sie nicht so stark wärmen. Sie sind eher temperaturausgleichend und haben den großen Vorteil, dass sie auch von Menschen mit empfindlicher Haut gut vertragen werden. Das gilt besonders bei warmen und heißen Temperaturen, die einen leicht ins Schwitzen bringen.
Deshalb ist man beim Sommerstrick bestens beraten mit den Fasern Baumwolle, Leinen oder Seide. Die gibt es natürlich auch in den herrlichsten Mischungen. Hier stellen wir euch unsere Lieblinge aus der Abteilung “Sommergarne” vor.

Gehört ihr zu den Puristen und verstrickt am liebsten Garne aus einer Faser? Dann bleibt die Frage, welche Faser es sein darf. Gerade bei den pflanzlichen Fasern solltet ihr beachten, dass sie sich beim Stricken und nach dem Waschen meist eher hart anfühlen. Das ändert sich aber auf jeden Fall beim Tragen. Deshalb unser Tipp: knetet die Maschenprobe oder das fertige Strickstück vorsichtig. Ihr werdet merken, wie es immer weicher wird. Eure Tops werden spätestens, wenn ihr sie ein wenig getragen habt, viel weicher sein und sich sehr angenehm tragen lassen.
Der Klassiker unter den pflanzlichen Fasern ist Baumwolle. Sie ist extrem vielseitig und die Hersteller geben sich größte Mühe, sie in all ihren Facetten auf den Markt zu bringen. Unsere Favoriten sind Ica von Lamana, Alba von BC Garn oder Willet von Quince & Co. Weil es so eine ganz besondere Textur hat, dürfen wir Suave von Pascuali nicht vergessen!
Leinen ist extrem robust und langlebig. Das klingt erstmal nicht sehr angenehm zu tragen, nicht wahr? Das ist es aber gar nicht, wenn ihr unsere Tipps von oben beherzigt! Wenn wir Leinen versticken wollen, greifen wir am liebsten zu Løvetand von CaMaRose, Lino von BC Garn oder Reed von Shibui.
Für das nötige Quäntchen Luxus, das unsere Sommertops zum Highlight jedes Outfits macht, nehmen wir Seide – und stricken zum Beispiel aus Pure Silk von Knitting for Olive, Jaipur Peace Silk von BC Garn oder Kinu von ITO.

Oder wollt ihr die perfekte Mischung toller Fasern? Es gibt so viele herrliche Mischgarne für den Sommer! Im Grunde kann alles kombiniert werden. Eine pflanzliche Faser mit einer anderen. Um Langlebigkeit oder Elastizität zu steigern, kann eine künstliche Faser pflanzlichen Ursprung beigemischt werden – wie zum Beispiel Viskose. Eine andere Möglichkeit ist das Beimischen von Fasern tierischer Herkunft. Merino-Baumwollgarne sind im Grunde in jeder Jahreszeit tragbar und weisen die Vorteile beider Fasertypen auf. Etwas edler – und weicher – wird es mit Cashmere-Baumwollgarnen. Unsere Lieblinge: Cosma von Lamana, Cumbria von Pascuali, Cotton Merino von Knitting for Olive und Morning Salutation Vegan Fino von Kremke Soul Wool.
Mist, das Entscheiden fällt so schwer, deshalb können wir euch ein paar weitere tolle pflanzliche Mischgarne aus dem Hause Pascuali nicht vorenthalten: Sole, Puno Winikunka und Nepal dürfen hier einfach nicht fehlen!

Wusstet ihr übrigens, dass es auch Garne aus Papier gibt? Sie eignen sich perfekt für Sommerstrick!