Kategorie: Wolle & Co.

Eine Reise nach Peru mit Pascuali – wie Alpaka-Fasern gewonnen werden

Vor einigen Woche, als das neuste Tücher-Buch gerade erschienen war, gab es einigen Trubel um das Garn “Alpaka Fino”, aus dem das kuschelige Lieblingstuch Caya gestrickt wird. Das Garn war so unfassbar beliebt und zwar natürlich genau in den im Buch abgebildeten Farben, dass es auf einmal Engpässe bei diesen Farben gab, vielleicht erinnern sich einige daran. Ich schrieb Paul Pascuali sofort an und bat um Nachschub, er antwortete mir prompt (er antwortet immer prompt) mitten aus den Bergen Südamerikas. Er besuche gerade einen seiner Lieferanten, eine Alpaka-Farm in Peru.

Caya-in-blau

Diesen Besuch hat er dokumentiert und einen wunderschönen kleinen Film daraus gemacht, in dem wir mitgenommen werden, auf die Reise zu den Alpakas und genau erfahren wie die Fasern gewonnen und weiter verarbeitet werden, mit denen wir so gern stricken.

 

 

Einen guten Teil des Alpaka-Fino-Nachschubs brachte Paul für Euch dann übrigens im Gepäck mit dem Flieger gleich mit, damit die Wartezeiten nicht allzu lang wurden. Wahrer Einsatz!

Macht es Euch gemütlich mit Käffchen, Tee und Strickzeug und genießt die Einblicke in den Gewinnungs- und Verarbeitungsprozess.

 

 

Neu bei Maschenfein {Sandnes Garn}

Kürzlich habe ich Euch den ersten wunderschönen neuen Zuwachs im Maschenfein Shop vorgestellt und alle Qualitäten davon sind in der Maschenfein Community schon auf den Nadeln, oder sogar schon wieder von den Nadeln gehüpft (wie hier, hier und auch hier). In dieser Woche ist die zweite großartige Neuheit bei Maschenfein dran: Die Sandnes Garne, die Ihr in den letzten Tagen schon so sagenhaft begeistert geplündert habt, dass ich rasend schnell nachbestellen musste.

Sandnes-Garn-Online-kaufen

Sandnes ist allen ein Begriff, die ihre Urlaube gern im skandinavischen Raum verbringen, denn Sandnes ist nicht nur eine Stadt südlich von Stavanger in Norwegen, sondern auch ein seit dem späten 19. Jahrhundert bestehendes Traditionsunternehmen und eine der bekanntesten Garnmarken Norwegens. Sandnes Garne kommen in so ziemlich allen skandinavischen Instagram-Feeds vor und wer wie ich häufig auf Instagram unterwegs ist, folgt bestimmt schon der ein oder anderen norwegischen Strickdesignerin wie dieser, dieser oder jener.

Sandnes-Garne-Mohaire-Online-Maschenfein

Norwegen ist das Land, in dem Ihr hochwertigste Strickgarne im Schuhgeschäft findet. In dem Ihr, wenn Ihr ein wenig Glück habt, Stricknadelersatz sogar im Supermarkt erhaltet. Oder im kleinen Kiosk an der Ecke. Das Land, in dem das Stricken kein verstaubtes Image hat, sondern Trend ist, weil halt einfach so ziemlich jeder strickt. In dem Strickdesigner wie Superstars gefeiert und ihre im Selbstverlag publizierten Bücher im Nullkommanichts zum Bestseller werden. Und Norwegen ist das Land der langen Abende, der mystischen Natur, der engen Fjorde, der Einsamkeit und der regendichten Kleidung.

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Ich habe das Land durch meinen Mann kennen gelernt, der schon als Kind viele, viele Sommerurlaub angelnd in Norwegen, meist in einer großen Schar von Kindern verbracht hat. Vor 17 Jahren haben wir unseren ersten gemeinsamen Norwegen-Urlaub am Fjaerlandfjord verbracht und ich habe gerade festgestellt, dass man ja damals noch gar nicht digital fotografiert hat (Gott, bin ich alt), daher hier ein imposantes Bild von den Lofoten, wo wir den Sommer vor neun Jahren verbracht haben.

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Mittlerweile waren wir schon fünf Mal in Norwegen und verdammt oft hatten wir wirklich Pech mit dem Wetter. Was dort allerdings eine Frage der Definition ist, denn wer kann sich bei dieser Aussicht schon groß über das Wetter beschweren?

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Und immerhin kann der Wetterwechsel auch schnell vonstatten gehen, dann sieht’s auch gern mal so aus. Das war letztes Jahr in der Nähe von Stavanger. Da besuchte ich auch auf dem Rückweg nach Hause den Lagerverkauf von SandnesGarn und deckte mich ordentlich mit Garnen, aber auch mit den schönen Heften ein, die zwar damals (wie heute) allesamt norwegisch waren, aber die Maschen sind ja dann doch überall gleich und allzu schwer war das Entziffern der Anleitungen dann auch nicht.

Garn-Landschaft

In einem Norwegen-Urlaub sollte man mit Wolle versorgt sein, denn die Abende sind lang und gemütlich, das Wetter manchmal nur zum Einkuscheln und viel Strickzeit inklusive. Oder halt! Garne braucht Ihr gar nicht mitbringen, denn die kriegt Ihr ja selbst im kleinsten Ort in den allerschönsten Qualitäten und Farben. Nämlich eben SandnesGarn. Und wer ein wenig norwegisches Feeling auch hier bei uns haben möchte, der finde die Garne jetzt eben auch bei mir!

Alpakka-Silke

Ganz besonders freue ich mich nun aber, dass Ihr zusätzlich zu den Garnen auch schon die ersten Übersetzungen für die schönsten Designs aus den norwegischen Sandnes-Heften findet. Die passenden Strick-Kits packe ich wie gewohnt in Shop und es sind schon einige weitere in Arbeit. Die Übersetzungen liegen den Heften gratis bei und es folgen nach und nach immer mehr davon. Einzeln darf ich diese Hefte übrigens nicht verkaufen, sondern immer nur in Verbindung mit Sandnes Garnen. Das ist eine Vorgabe des Herstellers selbst, daran halte ich mich natürlich auch.

Ich beginne mit drei Qualitäten, die zu mir und Maschenfein und den Designs und Anleitungen, die Ihr gern strickt passen:

Alpakka Silke ist eine superfeine Mischung aus Alpakka und Maulbeerseide. Durch den Seidenanteil erhält das Garn einen ganz leichten, feinen Glanz und eignet sich hervorragend für Frühlings- oder Spätsommerkleidung. Mit einer Lauflänge von 200 Meter auf 50g strickt Ihr es (wenn Ihr es einfädig verarbeitet) auf etwa 3mm Nadeln und es passt zu Anleitungen mit einer Maschenprobe von um die 27 Maschen auf 10cm.

Silke-Mohair-Alpakka-Silke-Sandnes-online

Passende zu Alpakka Silke gibt es das Garn Silk Mohair, denn was gibt es schöneres als aufeinander farblich abgestimmte Qualiäten? Und Alpakka Silke zusammen mit Silke Mohair, das müsst Ihr wirklich ausprobieren. Silk Mohair hat eine Lauflänge von 280 Meter auf 50g und besteht aus Kid Mohair, Seide und Wolle. Ihr strickt es je nachdem auf 5,5mm Nadeln oder natürlich auch größeren Nadeln. Es passt perfekt zu Alpakka Silke, aber auch zu Mini Alpakka.

Mini-Alpakka-Silk-Mohair-Sandnes-Online-Maschenfein

Mini Alpakka, dem dünnsten der Alpakka-Garne von Sandnes. Dieses 3-fädige Garn, dass zu 100% aus reinem Alpaka besteht, eignet sich einerseits ganz hervorragend zum Stricken von Farbmustern und andererseits natürlich auch einfach für Kleidung insgesamt. Es hat eine Lauflänge von 150 Meter auf 50g und Ihr verstrickt es (einfädig verarbeitet) auf etwa 3mm zu um die 27 Maschen auf 10cm. Auch von Mini Alpakka gibt es schon einige Farben bei mir im Shop, vor allen Dingen, weil ich selbst unbedingt spätestens im Herbst diesen Ballerina-Rock stricken möchte, für den ich Mini Alpakka und Silk Mohair benötige. Reiner Eigennutz also!

Anfang nächste Woche starten wir unseren Sandnes Knit Along. Gestrickt werden beliebige Anleitungen mit den Qualitäten aus meinem Shop oder aber eines der ersten schönen Sandnes Strick-Kits, die Ihr jetzt auch bei mir findet.

Viel Spaß beim Stöbern!

 

The Fibre Company {Neu bei Maschenfein}

Über die Garne der The Fibre Company bin ich im vergangenen Winter in meinem Instagram-Feed gestoßen. Ich weiß gar nicht mehr über welches Projekt oder wen. Ich klickte mich durch die Website und die wunderschönen Bilder auf Instagram und war schon von den Bildern und der Geschichte hinter dem Unternehmen gefangen. Auf der Messe im Frühjahr schaute ich mir die Garne dann genauer an und konnte gar nicht anders als bestellen, um ein wenig auszuprobieren.

Neu-Maschenfein-Fibre-Company

Jedes Garn für sich hat eine ganz besondere Fasermischung und alle sind gleichermaßen wunderschön. Ich möchte Euch heute The Fibre Company vorstellen.

Die gebürtige Amerikanerin und Gründerin Daphne begann mit der Produktion ihrer eigenen Garne vor 12 Jahren in den USA mit einer Spinnerei, zu der sie eher durch Zufall durch ihre große Strickleidenschaft kam, die sie wiederum auch erst im Erwachsenenalter entdeckt hat. Sie lebt mittlerweile in Nordengland (Cumbria), von wo aus sie ihr Unternehmen führt und alle neuen Garne entwickelt. Ihre ganze Geschichte könnt Ihr Euch in dem Podcast von Woolful anhören, in dem Daphne eine ganze Stunde lang sehr ausführlich und spannend über ihren Werdegang und die ups and downs bzw. die verschiedenen Richtungswechsel der Fibre Company erzählt.

Fibre-Company-Shop

Ihre große Leidenschaft für die Fasern spürt man in jedem einzelnen der sehr sorgfältig zusammen gestellten Garne. In ihnen werden verschiedenste Fasern kombiniert und sie decken ein breites Spektrum an Wünschen und Vorlieben ab. Die Entwicklung eines neuen Fibre-Garns kann gut und gern zwei Jahre dauern, weil die Kombination der Fasern so sorgfältig ausgewählt wird. Daphne geht es nicht darum Trends mitzumachen.

Fibre-Company-online-kaufen

Jedes einzelne Ihrer Garne ist besonders und das werdet Ihr beim Stricken der Garne spüren. Sie fühlen sich alle einfach wundervoll an und man möchte am liebsten sofort anschlagen und gar nicht mehr aufhören. Ich freue mich riesig, über diesen neuen Partner und bin wirklich stolz, mein Sortiment mit diesen schönen Garnen zu erweitern.

Ich beginne hier bei Maschenfein mit drei Qualitäten der Fibre Company:

Cumbria-Fingering-Fibre-Company

Cumbria Fingering ist eine Mischung aus Schurwolle einer englischen Schafrasse, Merino und Mohair. Mit einer Lauflänge von 300m auf jeden 100g Strang eignet es sich für leichtere Bekleidung und Accessoires wie natürlich Tücher. Verstrickt ergibt das Garn ein ganz klares Maschenbild, Ihr könnt es sowohl für glatt rechts gestrickte Projekte, aber auch für stärkere Texturen wie Zöpfe und Co. verwenden. In meinem neuen Tücherbuch, das im September erscheint, wird es zwei Anleitungen geben. Aber auch jetzt findet Ihr schon schöne Anregungen. Das Ingwer-Tuch von Melanie Berg ist beispielsweise aus Cumbria Fingering gearbeitet.

Luma-Fibre-Company

Luma habe ich Euch schon mehrfach in meinen Instastories vorgestellt. Bestehend aus Pflanzenfasern (Baumwolle und Leinen) gemischt mit Wolle und ein wenig Seide, ist es ein tolles Sommer- und Ganzjahresgarn, das sich wirklich ungelogen wegstrickt wie “Butter”. Zwei Ideen für Luma habe ich schon parat, nämlich das Anker’s Summer Shirt von Petite Knit und YOKI von Regina Mössmer. Luma hat eine Lauflänge von 125m auf 50g und eine Maschenprobe von ca. 21 bis 23 Maschen.

Road-To-China-Light

Road to China Light ist in seiner Weichheit abolut nicht zu übertreffen. Ehrlich! Wenn Ihr das in den Händen haltet, dann wollt Ihr es am liebsten gar nicht mehr loslassen. Immer mit Euch herum tragen. Es ist so unfassbar weich, leicht und kuschelig, das es kaum zu beschreiben ist, das müsst Ihr selbst ausprobieren. Ich könnte es den ganzen Tag einfach so als Strang mit mir herumtragen und mich über diese feine Mischung aus Alpaka, Kamel, Kaschmir und Seide freuen. Road to China Light hat eine Lauflänge von 145m auf 50g und perfekt eignet es sich für Maschenproben um die 24 bis 26 Maschen auf 10cm. Ihr könnt dieses Garn für feine Strickjacken gleichermaßen wie für schöne, kuschelige Tücher verwenden. Ihr könntet mit Road to China zum Beispiel den Whippet stricken. Oder aber Mince oder Imany. Die Farben sind allesamt wunderschön satt und glänzend, ich mag dieses Garn so sehr und freue mich auf die ersten Projekte damit.

Diese drei Garne findet Ihr also ab sofort im Shop, beinahe alle Farben sind gerade lieferbar und weitere schöne Ideen liefere ich Euch in den nächsten Wochen natürlich auch. Wie immer!

–> Road to China (65% Alpaka, 15% Seide, 10% Kaschmir, 10% Kamel)
–> Cumbria Fingering (90% Wolle, 10% Mohair)
–> Luma (50% Schurwolle, 25% Baumwolle, 15% Leinen, 10% Seide)

Projekt der Woche {Tschilp von ANKESTRiCK}

In den letzten Wochen füllt sich mein Postfach beinahe täglich mit vielen Emails, die Fragen nach Garnen für bestimmte Projekte enthalten. Ich versuche möglichst innerhalb eines Tages zu antworten, manchmal klappt das nicht ganz, falls Ihr allerdings länger als drei Tage nichts von mir hört, dann fragt ruhig einfach noch einmal nach. Nicht, dass Ihr in den Weiten meines Postfaches verloren gegangen seid. Ab und an kann auch in der Maschenfein Facebook-Gruppe ganz prima geholfen werden, weil da so viele Profis unterwegs sind, die entweder vieles kennen oder immer super Tips haben. Jedenfalls dachte ich mir, ich greife einfach ab und an mal eines der vielen schönen Projekte, die in der Maschenfein „Community“ gerade so gestrickt oder geplant werden, heraus und schreibe eine Projektidee der Woche für Euch auf, die dann zugleich auch eine Anfrage beantwortet.

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Foto links: ANKESTRiCK, Fotos rechts von oben nach unten: ITO Washi, ITO Urugami, ITO Shio alle von ITO Yarns. 

Gestern fragte zum Beispiel Elca nach einem passenden Garn für ihr neues Frühlingsprojekt, den „Tschilp“ von ANKESTRiCK. Die Anleitung gibt es auf Ravelry auch auf Deutsch, yeah! Ich musste mir Tschilp allerdings erst einmal genauer anschauen, ich kannte ihn nämlich noch gar nicht. Nachdem ich mir dann das betroffene Modell angeschaut habe, werfe ich immer einen Blick in meine liebsten Maschenproben und schaue was sich passend anfühlt und wo vor allen Dingen die Maschenprobe in etwa den Angaben der Anleitung entspricht. Dabei ist es völlig egal mit welcher Nadelstärke ich die Probe gestrickt habe. Es kommt einzig und allein darauf an, ob das Gestrick in der gesuchten „Maschendichte“ schön und passend ist. Denn eine andere als in der Anleitung angegebene Nadelstärke zu verwenden ist ja nun das geringste Problem. Hauptsache die Maschen (und möglichst auch die Reihen, wobei das nicht ganz so schlimm ist) müssen nicht umgerechnet werden.

Für Elca und ihr Projekt Tschilp habe ich zwei Ideen, beide werden mehrfädig gestrickt:

  • ITO Washi (54% Papier, 46% Viskose) in Kombination mit ITO Urugami (72% Wolle, 28% Papier), oder
  • ITO Washi in Kombination mit ITO Shio (100% Wolle), dabei kann die Shio je nach Belieben ein- oder zweifädig zu Washi kombiniert werden

ITO-Garne-für-Tschilp-ANKESTRICKFoto oben: ITO Washi in der Farbe “carrot”, unten links: ITO Urugami in der Farbe “tangerine” und unten rechts ITO Shio in der Farbe “tangerine”. 

Ich mag die Haptik der ersten Kombination (Washi und Urugami) sehr. Urugami ist im Kern ein gezwirnter Papierfaden, aussen von Wolle umsponnen. Es sieht aus wie ein glatter runder Faden und hebt sich im Gestrick ziemlich vom Washi ab, denn Washi ist ein leicht strukturiertes Garn. Ich mag das, man sieht die Zweifädigkeit in der Struktur dann deutlich. Gleichzeitig ist es sehr luftig, also sicher für Sommerstrick prima geeignet.

Wer ein „Ineinanderschmelzen“ der Fäden lieber mag, dem würde ich dann die Kombination aus Washi und Shio ans Herz legen. Und wer es ausserdem (wie ich) auch ein wenig „dichter“ mag, der sollte dann Shio zweifädig zu Washi kombinieren, also insgesamt mit drei Fäden stricken, um auf die passende Anzahl Maschen zu kommen. Ein tolles Strickbild, ein größerer Anteil Wolle und es fühlt sich auch etwas weicher an als die erste Kombination mit dem Urugami.

Egal für welche Kombination Ihr Euch entscheidet, Ihr müsst zwingend vorher eine Maschenprobe stricken, um herauszufinden mit welcher Nadelstärke Ihr den Tschilp nach der Anleitung stricken könnt. In meiner Maschenprobe komme ich für beide Kombinationen mit einer 3,5mm auf etwa 24 Maschen für 10cm. Dünnere Nadeln habe ich noch nicht probiert, ich würde mal eine MaPro mit 3,25mm stricken, sie naütrlich waschen und dann mal messen.

Garnmenge: Laut Anleitung werden je nach Größe 730 bis 1170m benötigt. Also:
4-5 Konen Washi und 3-5 Konen Urugami, oder
4-5 Konen Washi und 2-3 Konen Shio, oder
4-5 Konen Washi und 4-6 Konen Shio (falls Shio zweifädig gestrickt wird)

Anleitung: Tschilp findet Ihr auf Ravelry als PDF Download. Beim Kauf der Anleitung erhaltet Ihr alle verfügbaren Sprachen, das sind in diesem Fall Englisch und Deutsch.

Nadeln: Das müsst Ihr ausprobieren. Strickt eine Maschenprobe beginnend mit der Nadelstärke 3mm. Schlagt etwa 30 Maschen an, strickt ein Pröbchen, wascht es und lasst es trocknen. Erst dann könnt Ihr vernünftig ausmessen und entscheiden ob 3mm passt oder doch zu dicht wird!

Viel Spaß!

PS: Wieso ich Maschenproben liebe und viele Informationen rund um Material & Co. Gibt es in meinem Video-Kurs „1×1 der Maschenprobe“.

Ein Schrank voller Milano {Projektideen}


In den letzten Tagen hatte ich gleich drei Emails begeisterter Milano-Strickerinnen mit Projektnachschub-Bedarf im Postfach, da dachte ich, ich widme diesem schönen Garn mal einen ganzen Post. Ich hab da natürlich eine große Menge an Ideen was Ihr weiterhin noch so aus Milano stricken könnt, denn erstens gibt es hier ja schon einige Strick-Kits mit Milano und zweitens lassen sich einige Tücher aus meinem Buch auch ganz hervorragend einfach mit Milano stricken.

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Es gibt ja so Phasen da lacht einen erst das Garn an und dann sucht man eine passende Anleitung. Das schöne bei Milano sind die vielen schönen Farben. Farblich ist man also so gut wie gar nicht eingeschränkt – schonmal gut.

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Gehen wir mal einen Schritt weiter und suchen uns Anleitungen, die sich ohne viel Aufwand ersetzen lassen, dann eröffnet sich eine große weite Welt an Milano-Ideen. Zum Beispiel könnte man das Cover-Tuch “Hinata” auch ganz prima aus Milano stricken. Gerade wenn man Mohair, Flausch oder halt eben gebürstete Garne nicht mag, ist Milano eine prima Alternative. Die Anzahl der Wiederholungen des Mustersatzes kann man ganz einfach ändern (weiter stricken oder früher aufhören).

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Auch das Tuch Leokadia ist übrigens so konstruiert, dass sich das Garn super leicht auch durch andere Lauflängen ersetzen lässt. Ich wäre ja sehr gespant auf eine Milano-Variante, die sehr viel zarter und leichter wäre als das abgebildete Tuch. Das Tuch wird von der rechten Spitze aus gestrickt und der Mustersatz wiederholt sich bis zur kurzen Kante immer wieder. Ich würde eine kleine Nadelstärke (also 3,5mm in etwa) wählen, denn die glatt rechts Felder zwischen den Lochmuster-Sätzen sollten nicht zu löchrig werden. Also wenn das mal jemand von Euch in Milano strickt, dann meldet Euch bitte zwischendurch und hinterher mit Bildern!

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Absolut spannend fände ich auch mal zweifarbiges Patentmuster mit Milano, das könntet Ihr anhand des Tuches Belinda aus dem Buch ausprobieren. Zweifarbiges Patent erfordert schon etwas Übung, aber die Wirkung ist phänomenal. Hier könntet Ihr etwas größere Nadeln nehmen. Vielleicht 4 oder 4,5mm? Eine Maschenprobe wäre ganz gut (was auch sonst, nech?).

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Noch mehr Lochmuster gibt’s im Tuch Vienne, das von der Spitze aufwärts gestrickt wird. Auch hier wiederholt sich der Mustersatz laufend und das Garn könnt Ihr einfach ersetzen.

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Das Streifenhörnchen-Tuch wird (im Original) auch aus Milano gestrickt und dank der Beliebtheit des Streifenhörnchens gibt es zum Beispiel auf Instagram ja auch schon viele schöne Farbinspirationen zu bewundern wie hier von Anke und Christine.

Hach, spannend oder? Nach dem Buch ist vor dem Buch! Wer sich also schon fleißig durch alle Tücher durch gestrickt hat, kann getrost noch einmal von vorne beginnen und mit anderen Garnen ganz neue Wirkungen erzielen. Fragt mich einfach. Ich bekomme immer wieder Mails mit Fragen nach Garnen, da werden bestimmte Farben oder Stärken gesucht und ich konnte bisher immer helfen.

Wem Milano doch zu fein ist, der schaut sich mal bei Bergamo um. Das liegt ja gerade bei mir auf den Nadeln. Zeig ich Euch bald!

PS: Die Anleitungen zu den hier vorgestellten Tüchern befinden sich bis auf das Streifenhörnchen-Tuch in meinem Buch.

Foto Tücher mit Model: © EMF/Corinna Brix

Lieblingsgarne mit Flausch {Mohair & mehr}

Wer hier schon eine Weile liest, der kennt meine Liebe zu Mohair-Garnen. Ich mag das flauschige, weiche, „fusselige“ einfach sehr.

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Daher habe ich natürlich nun auch viele verschiedene Mohair-Qualitäten im Shop versammelt, die alle ein wenig anders sind. Mohair-Fasern stammen von der Angoraziege (nicht mit Angorawolle vom Kaninchen zu verwechseln), sind wärmer und fester als Wolle vom Schaf und allein betrachtet sehr unelastisch. Damit Strickstücke aus Mohair nicht an Form verlieren, wird das Mohair oft mit anderen Fasern gepaart, die mehr Formstabilität bringen, z.B. Wolle. Besonders häufig sehen wir Mohair kombiniert mit Seide und da Seide Färbungen anders absorbiert als Mohair, kommt diese leicht schimmernde, hellere Effekt zustande, Ihr seht das schon ein wenig auf dem Bild.

Mohair Luxe (das dunkelblaue Garn im Bild) ist das ganz klassische Mohair-Seide-Garn, das eigentlich jeder Hersteller im Sortiment hat. Ein paar Meter länger oder kürzer und ein paar Prozent mehr oder weniger Seide, je nach Hersteller. Ich mag das Mohair-Garn aus meinem Shop besonders, weil es ein wenig “griffiger” und weniger kratzig ist als das Mohair-Garn, welches ich früher sehr häufig verstrickt habe. Es ist auch ein wenig teurer, ich finde aber die Investition lohnt sich, wenn man das Teil am Hals tragen möchte.

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Ich habe viele passende Anleitungen. Von Links nach rechts sind das: Mein Rautenschal (doppelfädig gestrickt und super kuschelig), das Easy Dreieckstuch (perfekt auch für Anfänger geeignet), die XXL-Stola und das Blättertuch in der Mohair Version.

Mohair Luxe ist wirklich eine Art Standardgarn, deshalb gibt es auch eine so irre große Farbpalette, Du hast also die Qual der Wahl!

Weiter geht es mit Mohair Luxe Paillettes. Das enthält weniger Mohair und dafür einen ordentlichen Anteil Wolle, der das Garn fester und formstabiler macht. Es enthält ausserdem praktischerweise schon aufgefädelte Pailletten, die das Strickstück dann natürlich noch mal ein wenig besonders machen. Auch daraus kann man prima das Easy Dreieckstuch oder das Mohair Blätter Tuch stricken, Du kannst bei den Strick-Kits zwischen den Garnen auswählen. Pailletten machen auf jeden Fall gerade auch bei einfachen Tüchern wirklich was her:

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Mohair Trend (das hellblaue Garn ganz oben im Bild) ist ein dickeres Pendant zu Mohair Luxe mit einer Lauflänge von weniger als der Hälfte im Vergleich. Es sieht von nahem sehr interessant aus, denn es besteht aus einer Art Netz aus Seide, welches wiederum die Mohairfasern umschliesst. Es fühlt sich sehr viel rutschiger an als Mohair Luxe im Vergleich.

Lusso finde ich auch gerade ganz super toll, das wisst Ihr ja. Ich habe es als Beilauffaden für meinen neuen Bergalu-Poncho verstrickt (dauert nicht mehr lang, dann sind die Anleitung und das Strick-Kit fertig!), schaut mal:

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Und aktuell kombiniere ich gerade ein paar Lusso-Farben dreifädig für ein flauschiges Kuscheltuch, es lassen sich so nämlich tolle Farbeffekte erzeugen:

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Du kannst diese Art Garne also zum einen für super einfache Projekte verwenden, ohne groß komplizierte Muster zu stricken. Oder Du verstrickst die Garne doppelt, dreifach oder mehrfach und erzeugst so flauschige Farbeffekte. Oder Du verwendest Sie als Beilauffaden, damit zum Beispiel glatte Merino-Garne ein wenig mehr „Flausch“ kriegen.

Toll, oder?

Vier Garne, die ich gerade auf den Nadeln habe/hatte

Einer der schönen Nebeneffekte meiner vielen Projekte rund um Maschenfein ist das Stricken mit vielen unterschiedlichen, schönen Garnen. So stressig es manchmal auch ist, ich habe immer die Wahl zwischen schönem Garn und schönem Garn. Herrlich, oder? Ich erzähle Euch heute ein wenig gebündelt, was ich in den letzten Wochen so verstrickt habe oder was ich hier gerade für Fasern auf den Nadeln habe.

Cashmere Big ist…. eben Big! Ein wirklich richtig dickes Chunky Garn. Da es zu einhundert Prozent aus Kaschmirwolle besteht, ist es natürlich entsprechend himmlisch weich. Aber auch kostbar und Kostbarkeit hat seinen Preis. Ich sage mal so, wer sich eine wirklich schöne, weiche und edle Mützen leisten möchte, der ist mit Cashmere Big auf dem ganz sicheren Weg, ein wunderschönes Stück zu stricken. Zum Ausprobieren oder rumliegen lassen, ist sie nichts. Ich habe daraus eine Mütze in Anlehnung an “Lakota” gestrickt. Die Strickanleitung findet Ihr in der kommenden Ausgabe der Mollie Makes und natürlich zeige ich Euch dann hier noch mehr Bilder der Mütze.

Lusso ist eines meiner neuen Favoriten unter den Flausch-Garnen. Ich finde Lusso einfach wirklich toll! Es hat diesen flauschigen Charakter der gebürsteten Mohair-Garne, ist zugleich aber noch weicher, wobei ich persönlich ja auch die Mohair-Garne als weich und gar nicht kratzig empfinde. Der Kratzfaktor ist einfach sehr individuell. Lusso mag ich auch deshalb so sehr, weil ich die Beimischung von Kamelhaarfasern einfach total spannend finde. Die Kamelhaare machen das Garn weicher als herkömmliche Mohair-Garne. Wusstet Ihr, dass die Kamelunterwolle in Ihrer Weichheit an Kaschmirfasern herankommt? Wer hätte das gedacht, wenn man sich die Tiere so anschaut. Aber ich staune ohnehin immer wieder über die Weichheit verschiedener Tierhaare (ebenso bei dem Garn Bayak unten), gerade bei Tieren, bei denen man es gar nicht erwartet. Lusso habe ich gerade für mein aktuelles Maschenfein Projekt auf den Nadeln und werde es auch zumindest zu Beginn des #maschenfeinKAL2016 weiter verstricken. Ich kombiniere es mit Bergamo, fände aber einen Poncho oder ein Tuch nur aus Lusso auch sehr spannend.

Bergamo ist ein neues Garn aus dem Hause Lamana und zwar wieder eines, bei dem Merino zum Einsatz kommt. Bei Bergamo wird es mit einem Teil Alpaka-Fasern gemischt. Herausgekommen ist ein dicke, weiches und zugleich sehr leichtes Garn. Ebenso wie Milano und Como auch wieder ein Lieblingsgarn, das auch in meinem Buch zum Einsatz kam. Diese Farbe hat nämlich auch das Tuch Cerlane.

Bayak ist die Neuheit bei Pascuali bestehend aus Yak und Viskose. Und wenn Ihr Euch mal so ein Yak bildlich vorstellt, dann findet Ihr es möglicherweise ebenso faszinierend welch weiches Garn aus diesen Fasern einmal gewonnen werden kann. Ich freue mich schon sehr, in den kommenden Tagen ein neues Tuch damit anzuschlagen und zeige sicher bald Bilder vom wachsenden Tuch. Ich werde die Farben anthrazit, braun und hellrosa kombinieren.

Was sind Eure Lieblingsfasern, womit strickt Ihr gern? Was mag Eure Haut so gar nicht tragen?

 

Glitzertuch zum Verlieben

Erinnert Ihr Euch an das Glitzertuch für mein kleines Fräulein? Das herrliche Glitzergarn Kid-Paillettes hatte ich beim Weihnachtsgeschenke-Shoppen bei Lalaine hier in Berlin mitnehmen müssen, weil das Fräulein sich so schrecklich verliebt hatte. Für unsere Freundin B. hatte sie bei dieser Gelegenheit auch das bläu-türkise Glitzergarn ausgesucht, dass Ihr nun hier verstrickt seht. Kombiniert mit einem normalen Seide-Mohair-Garn.

Glitzertuch-Bina

Unsere Freundin B. hat zu Weihnachten von mir ein Strick-Kit mit diesen beiden Garnen ohne richtig Anleitung zum selber kreieren bekommen. Mit ein paar Tips von mir. Herausgekommen ist dieses super tolle Tuch und ich bin wirklich schwer verliebt. Ich glaube ich muss mich noch ein wenig mit Glitzer-Garn eindecken.

Glitzertuch-2

Das Tuch wird einfädig von der Spitze hoch gestrickt, ab etwa der Mitte werden links und rechts zusätzlich Zunahmen gestrickt, damit das Dreieck etwas flacher wird. Und für alle Anleitung-Liebhaberinnen: In meinem Buch wird es eine schöne Anleitung geben, die mithilfe von verkürzten Reihen die langen Enden des Dreiecks verlängert. Ein sehr ähnliches Tuch, auch mit Glitzer und ich mag es sehr!

Schwups zum RUMS.

Aktuelle Strick-Projekte

Ich bin in dieser Woche irre produktiv. Ich habe gerade ein Frühlings-Tuch erst ein paar mal ver- und dann fertig entworfen. Eine hübsche und gleichzeitig auch schnell einprägsame Strickanleitung. Das Muster macht Spaß, so soll es sein! Gestrickt wird mit Novena von Lang und 5er Nadeln, für dieses Garn eignen sich die Olivenholznadeln ganz wunderbar. Und es geht schön schnell! Ich warte gerade noch auf Garn-Nachschub, dann kann es weiter gehen.

Frühlings-Waffel-Tuch-Blog

Ausserdem habe ich ein Tuch aus Creative Linen von Rowan angeschlagen. Für das Maschenfein Buch, das im September erscheint. Es ist das 22ste Modell und wird von der rechten Spitze zur linken Kante gestrickt. Das Garn mag ich sehr, es sollte nicht mit zu spitzen Nadeln gestrickt werden (ist nämlich nicht sonderlich fest verzwirnt) und läuft auf Bambus-Nadeln ganz herrlich weich. Gestern gewickelt und schon einen ganzen Strang verstrickt. Unglaublich!

Creative-Linen-Blog

Ausserdem habe ich drei weitere Modelle für das Buch fertig entworfen. Die Anleitungen sind notiert und die kleinen Tuch-Pröbchen fertig gestrickt. Eines mit True Silk von Rowan, dass wahnsinnig schön glänzt. Und zwei mit den beiden neuen Garnen von Lamana, Bergamo und Milano. Heute kommt hier eine große Lieferung, die dann auch in den kommenden Tagen und Wochen noch verstrickt wird. Glücklicherweise habe ich sehr tatkräftige Unterstützung dabei. Ich hab ja auch nur zwei Hände, nech?

DreiModelle-Blog

Meine Projekte wandern heute zu Auf den Nadeln. Muss mich ja auch mal selbst verlinken!

Vom Stricken zum (Hand-)Spinnen

Vor einigen Wochen habe ich meine ersten Fasern mit der Handspindel versponnen. Kathrin von Back to the Wheel war für einen Workshop zum Thema Handspinnen für Anfänger nach Berlin gereist. Für mich war dieser Nachmittag total faszinierend. Ich hatte mich nämlich zuvor noch nie so richtig mit dem Thema Spinnen beschäftigt. Es eröffnete sich wieder eine völlig neue Welt. Ein Hobby, dem man sich – wie Kathrin es getan hat – ähnlich wie dem Strickken völlig ergeben kann.

Spindel-für-AnfängerEs gibt auch beim Spinnen so viele Techniken, so viele verschiedene Hilfsmittel, die man sich dann irgendwann anschafft bis hin zu vielen verschiedenen Fasern, die selbst wenn sie vom gleichen Tier sind so unterschiedlich sein und so unterschiedlich behandelt werden können. Das Spinnen ist eine absolut faszinierende Welt.

Fasern-spinnen

Ganz rechts im Bild seht Ihr mein allererstes selbst gesponnenes Garn. Ein Faden der in allen Stärken variiert – wir haben es lachend als Art Yarn bezeichnet, bei welchem solch dicke und dünne Stellen tatsächlich gezielt gesponnen werden. Nein, bei mir war’s natürlich keine Absicht. Wer genau hinsieht, erkennt auch, dass an vereinzelten Stellen viel zu viel Drall im Faden steckt. Nun, es ist ja bekanntlich noch nie ein Meister vom Himmel gefallen.

Spinn-Workshop

Der Workshop war bis ins kleinste Detail perfekt vorbereitet – da steckte viel Liebe drin, man merkt wie sehr Kathrin für’s Spinnen brennt. Das war mir schon klar, als sie im Herbst hier auf dem Blog die Brooklyn Tweed Garne analysierte und bis ins Detail der Kreuzung verschiedener Schaf-Rassen vordrang. In Bamberg und Miltenberg gibt sie übrigens regelmäßig Kurse, falls Ihr dort mal in der Ecke einen Workshop besuchen möchtet. Witzigerweise kam Kathrin nicht vom Stricken zum Spinnen, sondern gar umgekehrt. Sie entdeckte Fasern, Handspindeln und Spinnräder für sich und irgendwann wusste sie nicht mehr wohin mit all dem gesponnenen Garn. Also begann sie zu stricken.

Spinnen-Anfängerworkshop

Sophia war auch da, hoch konzentriert! Ich habe mir im Anschluss an der Kurs eine Handspindel und ein paar schöne Fasern bestellt und auch schon das erste kleine Häufchen Garn versponnen. Sieht schon viel besser aus, als mein erstes Unfall-Art-Yarn. Das Spinnen macht mir schon Spaß und ich kann mir gut vorstellen, es weiterhin ab und an zu probieren. Allerdings ist meine Zeit so mit dem Stricken ausgefüllt, dass ich keinen Platz für eine ähnlich intensive Beschäftigung habe.

So ab und an mal ein wenig Spinnen. Das finde ich gut!

Wenn Ihr selbst gern spinnt, kann ich Euch die Fasern von Kathrin sehr empfehlen, die sie über ihren DaWanda Shop verkauft. Sie bereitet sie in ihrer Spinn-Werkstatt super sorgfältig vor, so dass sie sich einwandfrei verspinnen lassen. Und die Farbwelt, in der sie sich bewegt, mag ich sehr.

Nadelsysteme | Addi Click erweitert

Ich werde sehr häufig nach einem Tip für die besten Stricknadeln gefragt. Der beste Tip, den man (meiner Meinung nach) geben kann, ist, sich ein System austauschbarer Stricknadeln anzuschaffen. Also ein System, bei dem Ihr ein paar Nadelspitzen mit unterschiedlich langen Seilen durch aufklicken oder -drehen verbinden könnt. Zu Beginn meiner Strick-Karriere habe ich feste Rundnadeln gekauft. Ich kannte damals keine Nadelsysteme. Aus diesen Zeiten seht hier eine Kiste voller fester Rundnadeln, in der sich manchmal für dieselbe Nadelstärke drei verschiedene Längen befinden.

Addi-Click-Stricknadeln-Blog

Mittlerweile habe ich zwei Nadelsysteme und stricke am liebsten mit meinen Addi-Nadeln, darüber habe ich vor einer Weile schon geschrieben. Ich habe auf vielfachen Tip hin auch schon die Chicaogoo-Nadeln ausprobiert (danke, Magda!), die sind ebenfalls sehr toll! Aber ich mag mein Addi-System und ich mag auch die Firmenkultur hinter Addi, einem Familienunternehmen, das nach wie vor in Deutschland produziert. Insofern stand für mich fest, dass ich auch, wenn ich um andere Nadelmaterialien erweitere, dabei bleibe.

Addi-Click-Alu-Long-Lace-Blog

Ich brauche nicht allzu viele verschiedenen Nadel-Materialien oder -Farben. Ich mag meine Bambus-Nadeln sehr gern und für die meisten Zwecke eignen sie sich auch. Doch ab und an stricke ich eben gerade jetzt für mein Großprojekt Buch doch auch Garne, die auf Bambus (oder auch Holz) einfach mühsam “laufen”. Für verschiedene Garne benötigt man einfach verschiedene Nadeln. Deshalb habe ich mein Click-System jetzt mit Unterstützung von Addi um die Lace-Long Nadelspitzen erweitert.

Addi-Click-System-Stricknadeln-Blog

Ich wollte bewusst die Long-Variante, bei der die Spitzen gegenüber dem Basic Set länger zulaufen, weil ich diese Nadeln spezifisch für sehr dünne Garne einsetze. Wie auch die Bambus-Nadelspitzen kommt dieses Set in einem praktischen Aufbewahrungstäschchen. Bei diesem werden die Seile hinten im Täschchen verstaut. Die Seile sehen etwas anders aus. Bei den Lace Nadeln sind es die roten, bei den Bambus Nadeln die Goldseile. Das ist aber gehüpft wie gesprungen, alle Nadeln passen auf alle Seile.

Addi-Long-Lace-Click-Blog

Die Nadeln sind toll und obwohl sie sich natürlich völlig anders stricken als die schönen “warmen” und “leisen” Bambusnadeln, mag ich sie sehr und will sie nicht mehr missen.

Für welches Material Ihr Euch zunächst entscheidet, wenn Ihr Euch ein Nadelsystem anschafft, hängt von Euren Vorlieben ab. Ihr solltet Euch überlegen, welche Art Garne Ihr verstrickt und was Euch in der Hand angenehmer ist. Irgendwann kommt sicher der Punkt, an dem Ihr vielleicht erweitern möchtet. Ich bin sehr gespannt, ob Addi bei der h&h an diesem Wochenende die Olivenholz Spitzen für das Click System auf den Markt bringt! Auf diese Variante warte ich nämlich schon sehnsüchtig. Ich liebe Holznadeln und das Olivenholz ist einfach wunderschön!

Wovon ich übrigens nicht ganz so überzeugt bin, sind die Herzstopper, von denen ich auch zwei hier habe. Man kann sie theoretisch auf die Seile aufklicken, wenn man z.B. mit einem Projekt pausiert und die Nadelspitzen für ein andere Projekt benötigt. Die passen bei mir aber nicht so richtig auf alle Seile und lassen sich nicht aufklicken, sondern nur ganz schwer raufschieben. Wer weiß, vielleicht habe ich da einfach ein paar Blindgänger erwischt.

 

Glitzertuch für das Fräulein

Das Glitzertuch für das kleine Fräulein ist fertig. Es ist weiß. Mit bunten Pailletten. Klar oder? Sie trägt es tagaus tagein, auch zum Spielen im Garten oder in der Sandkiste und das ist völlig ok! Ich bin kein allzu großer Fan davon, Gestricktes zu schonen. Na gut, Cashmere vielleicht schon. Oder so wahnsinnig aufwendige Geschenke wie Sophias Schal, den schließlich ihre Mutter bekommen hat. Da verstehe ich den Wunsch nach einem gewissen Respekt dem Strickstück gegenüber. Aber das Glitzertuch darf natürlich ausgiebig getragen werden.

Tuch-von-der-Spitze-stricken

Das Pailletten-Garn ist Kid-Paillettes von Schulana in der Farbe Elfenbein. Ich hatte schon neulich erzählt, dass diese Farbe leider aus dem Sortiment fällt. Daraufhin hat sich eine strickverrückte Freundin (darf ich Dich verraten?) die Reste bei LaLaine hier in Berlin (wo ich es gekauft hatte) geschnappt. Ich weiß also nicht, ob es noch irgendwo zu haben ist. Aber die anderen Farben sind auch schön! Nur eben nicht mit den tollen bunten, sondern jeweils mit einfarbigen Pailletten.

Dreieckstuch-für-Kinder-stricken

Mein Fräulein hatte sich bei einem Wollladen-Besuch in dieses Garn verliebt. Sehr. Es gab sogar Tränen, weil ich es nicht gleich kaufte (hallo? Mir war doch gerade erst ein Easy Dreieckstuch aus pink-orangenem Silkhair Print für sie von den Nadeln gehüpft). Aber der Apfel fällt eben nicht weit vom Stamm und Tücher kann Frau schließlich nie genug haben.

Glitzertuch-Pailletten

Also gab es das Glitzergarn zu Weihnachten und ich wühlte in meinem langsam doch (ich muss es zugeben) beachtlich anwachsendem Garnvorrat nach einem passenden Partner-Garn. Ich hatte noch eine Menge Piper in weiß von Quince & Co vom Anna-Cardigan übrig. Ich liebe Piper übrigens sehr. Ich kann mich damit überhaupt nicht satt stricken.

Gestrickt habe ich dieses Tuch nicht wie das Easy Dreieckstuch aus der langen Mitte heraus, sondern diesmal von der Spitze nach oben. Links und rechts seht Ihr verkreuzte Maschen, kurz vor dem Rand. Und die Form habe ich mit verkürzten Reihen optimiert, dass ist bei dieser Art Tuch in glatt rechts ziemlich wichtig. Mehr verrate ich aber noch nicht. Es gibt nämlich auch noch eine Version in blau-grün… die ich Euch noch ein Weilchen vorenthalten muss.

Patchwork-Tuch Weihnachtswerkstatt

Es gibt ja so Dinge, die man sich dann kurz vor Weihnachten noch in den Kopf setzt, wie z.B. noch ein weiteres Patchwork-Tuch zu stricken. Idealerweise hat die Empfängerin nämlich im Dezember Geburtstag. Da schenkt man also das wertvolle Material einfach zum Geburtstag und fügt natürlich ganz schnell und überzeugend an, bis Weihnachten entstehe daraus ein Tuch.

Cardiff-Cashmere-Italien

Und zwar ein schönes Patchwork-Tuch. Das kennt Ihr ja schon. Die Anleitung gibt es hier nach Weihnachten für Euch zum Nachstricken! Beige-graubraun war das erste Exemplar. Meins. Da es so wunderschön wurde, beschloss ich, ein weiteres zu stricken und die Anleitung für Euch ordentlich zu notieren. Mit allem was dazu gehört. Die Idee fand Marco von Cardiff in Italien toll und unterstütze mich großartigerweise mit dem Garn für das zweite Tuch. In dieser Farbkombination.

Cardiff-lila-senf-Patchworktuch

Das ist dann auch so schön geworden und landet Heiligabend ebenfalls unter dem Weihnachtsbaum! Da sich das Garn nun wirklich ohne hinzugucken strickt und so herrlich weich ist, dass es beinahe süchtig macht, kam ich nun auf diese Idee mit der Weihnachts-Geburtstags-Geschenke-Kombination. Die Beschenkte entschied sich für eine Kombination aus rosé (damit liegt sie schwer im Trend) und dunkelblau. Hier in Berlin gibt es das Cardiff Cashmere zum Beispiel bei laleine am Savignyplatz. Online findet Ihr es auch bei Pascuali im Shop, dort heißt es Cashmere 6/28 und wer mag, stöbert schon einmal durch die Farben, bis es die Anleitung hier spätestens Anfang Januar für Euch gibt. Vielleicht habt Ihr ja auch noch einen Wunsch offen und wünscht Euch einfach das Material. Bei so hochwertigem Garn lohnt sich das schließlich.

Cardiff-Garne-maschenfein

Ich habe natürlich schon angeschlagen und weiß mittlerweile genau wie viel Zeit die einzelnen Dreiecke in den verschiedenen Varianten in Anspruch nehmen. Sollte bis Heiligabend klappen! Ich werde bestimmt auf Instagram berichten.

Diamantschal in senfgelb {ein Lieblingsteil}

Ihr habt ihn gestern schon erspäht, meinen neuen senffarbenen Schal mit dem Diamantmuster, zu dem es in der kommenden Woche auch die Anleitung inklusive mehr Fotos geben wird. Manchmal kommt beim Stricken einer laaaangen Maschenprobe einfach etwas wirklich Tolles heraus und im Fall dieses Schals war das so: Ich hatte von Rowan eine große Kiste Garne zum Ausprobieren bekommen und darunter war auch ein helles Knäuel Alpaca Merino DK. Es ist ein total interessantes Garn, weil es in seiner Kettenkonstruktion so anders und so luftig ist. Ich schlug also so ziemlich gleich ein paar Maschen an und verstrickte das ganze Knäuel zu einer langen Maschenprobe mit verschiedenen Musterversuchen. Ich hatte auch direkt ausführlicher darüber geschrieben.

Rowan Alpaka Merino DK

Am Ende kam dieses Diamantmuster heraus und ich war so begeistert, dass ich es kaum abwarten konnte, mein Farbbuch konsultierte, die benötigte Menge Garn ausrechnete, alles aufschrieb und ungeduldig auf das Garn für dieses Projekt wartete.

Rowan-Alpaca-Merino-DK

Das Muster strickt sich sehr leicht, die Anleitung wird einen Chart enthalten und so erkennt man es wirklich sehr schnell. Es kann ohne Zopfnadel gestrickt werden.

Rowan-Diamantschal-Maschenfein

Ich kann es kaum abwarten, Euch nächste Woche noch mehr Bilder zu zeigen. Bei diesem Schal ist wirklich alles toll: Das Muster, die Farbe und das herrlich luftige Garn!

Handgefärbte Garne | Maschenfein {meets} Hey Mama Wolf

Heute möchte ich Euch Jule von Hey Mama Wolf vorstellen, die seit kurzem Ihre handgefärbten Garne in ihrem Etsy Shop Hey Mama Wolf Yarns anbietet. Ihre Garne sind sehr besonders. Sie werden aus der Wolle von Schafen hergestellt, die die Heiden, Deiche und Wiesen in Ost- und Norddeutschland abweiden. Nachdem die Wolle in Tschechien versponnen wurde, wird sie von Jule mit Pflanzenfarben und Pflanzenfarbextrakten handgefärbt. Größtenteils verwendet sie dabei selbst gesammeltes oder biologisch angebautes Pflanzenmaterial.

Ich folge Jule schon seit langer Zeit auf Instagram und habe gespannt auf die Eröffnung ihres Shops gewartet. Nun ist es so weit und ich wollte genauer erfahren wie sie überhaupt zu dem kam, was sie heute tut. Das Lesen ihrer Antworten hat mich so begeistert, dass ich am liebsten einmal beim Färben dabei wäre. Es ist ein unglaublich spannendes Feld und ich wünsche Euch nun viel Spaß beim Eintauchen in diese Welt.

Interview Hey Mama Wolf

Deine Reise zu den Hey Mama Wolf Yarns beginnt eigentlich beim Stricken, denn neben Deinem Unternehmen für handgefärbte Garne bist Du auch leidenschaftliche Strickerin. Wie kamst Du überhaupt zum Stricken?

Die ersten Maschen habe ich mit ca. 10 Jahren gemacht. Meine Großtante nahm mich beiseite und meinte – „Kind, du musst stricken lernen.“ Und ab da strickte ich hauptsächlich für meine Puppen. Richtig stricken gelernt habe ich später bei Bella, einer russischen Einwanderin, in Tel Aviv am Shenkar College. Bella kann alles und brachte uns sehr viel bei. Bei Ihr habe ich Socken stricken quasi auf Universitätsniveau gelernt. Zurück in Berlin lernte ich Tanja Lay von handmade Berlin kennen, die gerade ihren Laden eröffnete. Sie suchte jemanden für Strickkurse. Dort und jetzt im Wollen Berlin biete ich Strickkurse an. Ich würde sagen, durch die Kurse und die wunderbaren Teilnehmerinnen (3 Männer in 8 Jahren!) habe ich tatsächlich am meisten über das Stricken gelernt.

Regionale Wolle

Das Stricken war also auch während Deines Studiums in Textil- und Flächendesign immer Allgegenwärtig?

Ich habe zum Anfang meiner Studienzeit gegenüber der Fadeninsel in Berlin-Kreuzberg gewohnt und war dort Stammkundin (sehr viel später, habe ich dort sogar im Verkauf gearbeitet). Ich habe vor allem in den Kunstgeschichtsvorlesungen gestrickt. Es war stickig und dunkel, der Projektor brummte und das Stricken hat mich wach gehalten.

Im letzten Jahr meines Studiums wurden wir im Betriebswirtschaftsseminar gebeten eine Art Businessplan für das eigene Unternehmen zu schreiben. Ich wusste nicht, wie es aussehen sollte, mein Unternehmen. Aber ich wusste sehr klar, es muss Stricken in der einen oder anderen Weise beinhalten. Der Prof fand das allerdings gar nicht so klar.

Wolle aus Deutschland

Wie kam es dann zur Gründung Deines Labels Hey Mama Wolf? Und wie kam es, dass das Stricken im weitesten Sinne tatsächlich zu Deinem Beruf wurde?

Nach dem Studium wurde ich prompt schwanger. Ich hatte einen kleinen Blog, wo ich hauptsächlich meine Kurse anbot. Und darüber fanden mich wieder und wieder kleine Modedesignerinnen und Kostümbildnerinnen. Als meine Tochter erst 4 Monate alt war, fing ich an Modellanfertigungen zu machen. Es ließ sich wunderbar in den Alltag mit einem Säugling integrieren. Entweder ich führte einen Entwurf aus oder ich entwarf die Strickstücke passend zur Kollektion. Zu meinen bekanntesten Kundinnen gehörte Sarah Illenberger. Zu Anfang fertigte ich die Modelle noch selbst. Nach und nach wurde die Auftragslage so gut, dass ich dazu nicht mehr kam. Einige Strickerinnen erledigten das für mich mit bravour. Zu meinen prominentesten Strickstücken zählen die, die in den Filmen „Cloud Atlas“ und „Der Medicus“ im Kino zu sehen waren. Das war eine wunderbare und spannende Arbeit, die ich sehr gerne gemacht habe.

Garne mit Pflanzen färben

War es dann ein logischer Schritt, dass Du vom Handstricken zum Spinnen und Färben kamst und Dir Dein Material quasi nun selber herstellst?

Ich beschäftigte mich immer mehr mit der Technik des Strickens und Häkelns. Ich wollte in die Tiefe gehen und so kam ich dazu, spinnen zu lernen und mehr über die verschiedenen natürlichen Materialien  zu erfahren. Wochenlang vertiefte ich mich in Bücher über das Material Wolle. Sie ist faszinierend, kann ich nur sagen. Mit einer Freundin begann ich ein Kindermodelabel für Strick zu planen. Die verwendete Wolle sollte regional und ökologisch produziert sein. Möglichst in Deutschland. Wir haben nichts gefunden, dass unseren Ansprüchen genügte und für Kindermode einsetzbar war. Über diese Suche kam ich zu der Idee, diese Wolle selber herzustellen.

faerberknoeterich

Das Spinnen ist ja das eine. Du färbst Deine Fasern ausserdem selbst. Wie kam es denn dazu?

Über das Färben hatte ich mir bis dahin noch gar keine Gedanken gemacht. Zwei Freundinnen sprachen mich unabhängig voneinander darauf an, ob ich mich mit Pflanzenfarben auskenne. Einmal mit dem Färben angefangen, konnte ich nicht mehr aufhören und es war gut, dass ich mich an diesem Punkt so gut mit der Faser auskannte. Es ist erstaunlich, wie diese strahlenden Farben aus teilweise sehr auf den ersten Augenschein unspektakulär aussehenden Pflanzen entstehen. Ich kannte mich auch vorher schon gut mit Kräutern, Bäumen und Blumen aus und so war das Färben mit Pflanzen ein Schritt, in dem sich alles zusammenfügte.

Garne selber färben

Kannst Du uns ein wenig mehr über die pflanzlichen Farben erzählen? Was sind ihre Vorteile gegenüber chemischen Farben?

Pflanzenfarben sind tiefer gehend als chemische Farben, die aus Mineralöl gewonnen werden. Sie verändern sich sehr viel stärker mit den sich verändernden Lichtverhältnissen. Sie sind auch unberechenbarer. Der Standort der Pflanze, die Bodenverhältnisse und das Wetter in dem Jahr haben Einfluss auf das Färbeergebnis. Genauso das verwendete Wasser, die Wetterverhältnisse und die Töpfe in denen gefärbt wird. Das macht es spannend und so kann kein Ergebnis gleich sein und jede Färberin hat ihre Handschrift.

Wie genau funktioniert denn das Färben mit Pflanzen? Erzählst Du uns ein wenig genauer wie das abläuft?

Was besonders spannend beim Arbeiten mit natürlich Materialien ist, ist dass das Ergebnis immer von vielen, vielen Faktoren abhängt. Bei der Wolle wie bei den Pflanzen. Wie war das Wetter in dem Jahr und an dem Tag, wie alt ist Pflanze, zu welcher Jahreszeit wird gesammelt, wie ist die Bodenbeschaffenheit, etc. pp. Gleiches gilt für das Färben an sich. Benutze ich getrocknetes oder frisches Material, ist es ein Emaille oder ein Kupfertopf, färbe ich kalt und mit viel Zeit oder heiß, wie ist das Wetter am Färbetag, usw.

Zuerst wird das Pflanzenmaterial geerntet oder gesammelt und anschließend in Wasser eingeweicht. Blüten werden teilweise nur mit heißem Wasser übergossen, Baumrinden dagegen können einige Tage brauchen. Meist wird das Ganze noch gekocht und dann durch ein Tuch abgeseiht. Dies nennt sich dann die Flotte. Die Wolle muss meistens auch für das Färben vorbereitet werden, das sogenannte Beizen. Das zu färbende Material (das Färbegut) wird mit der Beize zum Sieden gebracht und dann ca. 1 Stunde so gehalten. Das gebeizte und ausgespülte Färbegut kommt später in die abgekühlte Flotte und wird wieder bist zu einem bestimmten Punkt erwärmt. Nach einer Weile abtropfen und trocknen lassen und fertig ist die gefärbte Wolle.

Ein konkretes Beispiel: Der Bioladen bei mir um die Ecke hat öfter Mal Möhrengrün abzugeben. Ich weiche es über Nacht ein und koche es am nächsten Tag aus. Währenddessen beize ich die Wolle. Die Möhrengrünflotte seihe ich durch ein Mulltuch ab, wasche die Wolle aus und warte, bis die Flotte wieder max. 40 °C hat. Dann füge ich die Wolle hinzu und erhitze das ganze wieder.

In dem nächsten Makerist-Magazin, das im Januar erscheint, zeige ich Schritt für Schritt wie mit schwarzen Bohnen gefärbt werden kann.

Garne-selber-färben

Woher beziehst Du die Wolle zum Färben?

Die Wolle kommt aus deutschen Betrieben. Zumeist sind es Kleinstschafhaltungen. Es würde sich für diese Schäfer nicht lohnen, sich zertifizieren zu lassen. Mein zweites Garn ist eine zertifizierte Bio-Wolle. Mein Ziel ist es über kurz oder lang noch ein weiteres Bio-Garn anbieten zu können, das von Betrieben kommt, die ich persönlich ausgewählt habe. So könnte ich meinen Kundinnen klar vermitteln, wo ihr Strickgarn herkommt.

Du hast Dich bewusst für Wolle von deutschen Schafen entschieden. Warum?

Genau so wie ich gern die Geschichte, wie es zu eine bestimmten Farbe gekommen ist erzähle, ist es mir auch bei der Wolle in erster Linie wichtig, was sie mir erzählen kann und nicht, ob sie besonders weich ist. Ich mag die kräftigeren Wollen meist lieber. Sie haben einen anderen Stand und nehmen die Farben ganz anders auf, da sie einen höheren Glanz haben. Und so ist mein eines Garn ein recht robustes. Diese Wolle brauchen die Norddeutschen Schafe einfach auch um das Klima zu vertragen. Das Biogarn ist etwas weicher, aber dennoch mit Charakter.

Die Dinge, die um uns herum wachsen, sind es meist, die uns Gutes tun. Und so kann ich es nicht verstehen, warum wir Wolle kaufen, die dreimal um den Globus geschickt werden muss, um bei uns anzukommen. Die Schafe stehen in Australien, werden teilweise miserabel gehalten. Die Wolle wird dann nach Asien verschifft um dort gesäubert, versponnen und gefärbt zu werden. Geknäuelt wird dann oft irgendwo in Europa, damit sie dann zu günstigsten Preisen in unsere Taschen wandern. Welch eine Verschwendung von fossiler Energie! Wenn ich Wolle kaufe, dann gerne welche, die dort produziert wurde, wo ich sie kaufe. Dann weiß ich genau, sie kommt vielleicht eine lange Strecke zu mir, hat aber vorher nicht schon eine Weltreise gemacht.

Garne von Hey Mama Wolf

Was hast Du für Pläne für die Zukunft von Hey Mama Wolf?

Demnächst werden meine Familie und ich raus aufs Dorf nach Brandenburg ziehen, dort habe ich Platz für eine ordentliche Werkstatt. Ich möchte meine Färberpflanzen selber anbauen und die Möglichkeit haben, das verwendete Pflanzenmaterial über den Kompost wieder dem Kreislauf zuzuführen. Das ist hier in Berlin nur bedingt möglich. Ich möchte im Herbst vor die Türe gehen und nach einem Sturm heruntergefallene Äste und Eicheln zum Färben sammeln können.

Wir möchten in allen Teilbereichen unseres Unternehmens höchste ökologische Maßstäbe ansetzen. Sei es das Papier und die Druckfarben der Anleitungen, das Verpackungsmaterial und die Banderolen für die Knäule, mechanische Waagen statt batteriebetriebener, ein grüner Webhost oder Strom aus regenerativen Quellen. Das klappt nicht alles gleich und sofort, aber wir geben unser Bestes um zum besten Ergebnis zu kommen. Wir sind offen für neue Ideen, was die Nachhaltigkeit unseres Unternehmens betrifft.

Vielen Dank für Deine Antworten, Jule.

Ihr findet Jule…
… auf ihrem Blog
… auf Instagram
… in ihrem Etsy Shop

Alle Fotos wurden mir für diesen Artikel von Hey Mama Wolf zur Verfügung gestellt. 

Pläne für die nächsten Wochen {Rowan-Liebe}

Ihr kennt das sicher: kaum schlägt man etwas an, ist es im Kopf eigentlich schon fertig gestrickt und man würde am liebsten die nächsten zehn Projekte beginnen. Mir geht es jedenfalls ständig so. In den letzten Wochen habe ich mich ein wenig besser organisiert und notiere meine Ideen samt Garnfavoriten und Mustern mittlerweile richtig systematisch. Gern verstricke ich dann für die verschiedenen Ideen zwischendurch einfach einzelne Knäule zu verschiedenen Maschenproben-Läppchen, mit unterschiedlich Mustern oder Farben. Ich zeige Euch heute mal ein paar neue Garne, die ich gerade ausprobiert habe und mit denen ich in den nächsten Wochen etwas vor habe.

rowan-garne-stricken

Ich behalte natürlich längst nicht alle Maschenproben, viele aber schon. Sie werden beschriftet und wandern dann je nachdem entweder in eine Schublade mit vielen Proben oder aber in einen kleinen Projektbeutel, in dem die kommenden Projekte warten.

Ich habe in den letzten Wochen drei neue Garne von Rowan ausprobiert: Alpaca Merino DK, Hemp Tweed und Big Wool Silk. Auf dem kommenden Bild seht Ihr Alpaca Merino DK und ich bin noch beim Anschauen der Bilder so begeistert von diesem Garn, dass ich es kaum abwarten kann den Schal, der in etwa in diesem Muster entstehen soll, anzuschlagen. Ich hab das ganze Knäuel mit verschiedenen Mustervarianten verstrickt, aber dieses gefällt mir am besten. Das Garn besteht überwiegend aus Alpaca mit einem kleinen Woll-Anteil und ein wenig Nylon. Das Nylon verleiht dem so super leichten Garn, das in einer Art Kettenkonstruktion gewirkt und deshalb so leicht ist, etwas mehr Festigkeit. Es ist ein etwas dickeres Garn (für Nadelstärke 4,5), aber durch die Konstruktion super leicht.

Rowan-stricken-2015

Das Maschenbild wird total interessant, findet Ihr nicht? Ich freu mich schon sehr drauf, Euch bald mehr zu zeigen. Hemp Tweed, hier in der “plum” (lila) Version ausprobiert, besteht aus Wolle und Hanf und ist in verschiedenen melierten Farben erhältlich. Es ist fest und robust und soll (allerdings in blau) ein Herrenschal werden. Der muss möglichst schnell für einen bevorstehenden Geburtstag fertig werden. Falls nicht, halt zu Weihnachten.

Maschenproben Rowan Garne

Als letztes habe ich Big Wool Silk zu mehreren Proben verstrickt, weil ich seit einer gefühlten Ewigkeit nach dem passenden dickeren Garn für eine Strickjacke bin. Ich habe es mit einer 12er Nadel verstrickt, aber irgendwie ist mir das zu anstrengend. Das Garn ist schön leicht und kuschelig (70% Wolle und 30% Seide), aber ich bin einfach nicht der chunky Typ. Das Stricken mit den großen Nadeln macht mir auf Dauer keinen Spaß, einen ganzen Cadigan könnte ich so also nicht stricken.

Big Wool Silk von Rowan

Eventuell wird noch eine Mütze draus. Das könnte ich mir gut vorstellen, ich hab nämlich neulich mal irgendwo auf der Straße eine super dicke Mütze mit grobem Zopf gesehen, die mir sehr gefiel. Dafür würde dieses Garn sich bestimmt eignen und vor allen Dingen wär die Mütze an einem Abend Ruckzuck fertig!

BT Knit Along | Schafe und unsere Garne

Der Brooklyn Tweed Knit Along neigt sich bald dem Ende und ich werde wohl hoffentlich am Wochenende die Ärmel anschlagen. Ob ich tatsächlich nächste Woche schon Tragelbilder habe, wage ich gaaanz vorsichtig zu bezweifeln *schwitz*, aber wer weiß. Derweil bewundere ich schon fertige Teile auf Instagram unter dem Hashtag btmaschenfein (ich glaube ich muss unbedingt ein Sammel-Post mit den schönsten Bilder machen) und klicke mich durch neue Beiträge auf der Link-up-Seite.

Brooklyn Tweed Garne
Heute geht es im Detail um die Garne. Schließlich war und ist das hier ein sehr spezieller Knit Along, weil wir Garne von ausschließlich einem Hersteller, nämlich Brooklyn Tweed verwenden. Ich habe Loft und Shelter und die schönen Bilder zugehöriger Designs immer auf den diversen Kanälen bewundert und vor wenigen Wochen hat sich noch das Dochtgarn Quarry dazu gesellt.

BT-Garne
Fotos: Jared Flood, Brooklyn Tweed

Ich selbst habe in den vergangenen Wochen mit Loft gestrickt. Ich wusste im Vorfeld, dass die Garne speziell sind, denn das hatte ich bereits bei Clara Parkes und auf der Seite von Brooklyn Tweed selbst ausführlich gelesen. Als Loft dann bei mir einzog und auf Haspel und Woll-Wickler wanderte, riss gleich beim ersten Wickeln der Faden. Grmpf. Ok. Nicht vorsichtig genug gewickelt, ich behandelte es also noch umsichtiger. Auch beim Stricken riss mir zwei- oder dreimal der Faden, weil ich zu fest zog oder strickte. Ich musste mich also an den Umgang mit diesem Garn erst gewöhnen. Die Haptik mochte ich sofort auch beim Stricken sehr und nach dem Waschen der Maschenprobe wusste ich, beim Tragen werde ich Loft lieben. Es wird – für reine Wolle – unbeschreiblich kuschelig.

Die Garne von Brooklyn Tweed machen neugierig, mehr zu erfahren. Sie sind besonders. Und irgendwie anders. Kathrin von Back to the Wheel habt Ihr vergangene Woche beim Interview kennen gelernt und sie hat sich für uns ganz ausführlich mit den Fasern der Brooklyn Tweed Garne beschäftigt. Warum reißt es so schnell? Wo kommt es her?

Brooklyn Tweed Schafe
Foto: Jared Flood, Brooklyn Tweed

Die Garne von Brooklyn Tweed werden aus der Schafrasse Targhee-Columbia produziert. Das Targhee-Columbia-Schaf ist ein “Crossbreed” der besonderen Art. Nämlich eine Kreuzung aus wiederum 2 Crossbreed-Rassen. Das Schaf hinter unserer Wolle ist also eine Kreuzung aus einem Targhee-Schaf und einem Columbia-Schaf. Das Columbia-Schaf wiederum hat Rambouillet und Lincoln Schafe als Vorfahren. Beim Targhee finden wir Rambouillet, Corriedales und Lincolns in der Ahnen-Galerie.

Die Fasern einer jeden Schaf-Rasse haben ihre ganz besonderen Eigenschaften. Durch die Kreuzungen werden diese Eigenschaften miteinander kombiniert. Unterschiedliche Stapellänge, Glanz, Crimp, usw. führen zu unterschiedlicher Elastizität und Wärmeeigenschaft.

BT-Schafe

Der Clou bei unseren Brooklyn Tweed Garnen ist die absolute Weichheit, fast wie Merino, die nach dem vorsichtigen Waschen der Strickstücke entsteht. Die Wolle kratzt nicht. Und um genau diesen Komfort geht es. Um diesen Effekt zu erreichen, müssen andere Eigenschaften, wie eben die Vulnerabilität, bzw. das schnellere Reissen, in Kauf genommen werden bzw. wir müssen lernen, das Garn richtig zu handhaben.

Die ganze Geschichte hinter den Fasern der Brooklyn Tweed Garne hat Kathrin in unglaublicher Feinarbeit für Euch zusammen gefasst. Lest Ihre ganz ausführliche Recherche und lasst Euch anstecken von der Leidenschaft, mit der sie sich mit den Fasern und Schafen beschäftigt hat.

Ist das nicht spannend?

Was Ihr schon immer über das Spinnen wissen wolltet | Maschenfein {meets} Back to the Wheel

Ich freue mich seit Tagen auf dieses Interview mit Kathrin zum Thema Spinnen. Wenn Ihr den heutigen Text lest (es ist ein langer Text, macht es Euch gemütlich), dann spürt Ihr die unglaubliche Leidenschaft, mit der sie Ihre Handspinnerei-Werkstatt Back to the wheel betreibt. Es ist absolut faszinierend, in diese Welt einzutauchen, die uns Strickern in gewisser Weise vor verlagert ist.

Ursprünglich Kunst-Historikerin, sanierte Kathrin ein altes Industrie-Gebäude aus dem 19. Jahrhundert und funktionierte es zu ihrer Werkstatt in der Nähe von Bamberg um. Dort stellt sie nun wunderschöne Garne her und verkauft diese unter in ihrem gleichnamigen DaWanda-Shop.

Das Thema Spinnen ist für mich bislang ein Buch mit sieben Siegeln und gerade im Zusammenhang mit meinem Brooklyn Tweed Knit Along und der speziellen Beschaffenheit der Brooklyn Tweed Garne schwirrte mir der Kopf vor lauter Fragen. Ich wollte mehr über das Spinnen und erfahren und habe Kathrin interviewed. Lest heute Ihre Antworten über das Spinnen ganz im Allgemeinen. In einigen Tagen werden wir dann ganz spezifisch auf die Brooklyn Tweed Garne eingehen, sie hat nämlich fleißig für uns recherchiert. Und nun viel Spaß beim Eintauchen in die Welt eines Alten Handwerks:

Interview back to the wheel

Kathrin, wie bist Du zum Spinnen gekommen und was fasziniert Dich daran?

Ich hatte nach meinem Studium kurz Leerlauf und bin irgendwie auf ein Youtube-Video gestoßen. Ich habe einen Fabel für altes Handwerk, wie man früher gelebt und gewirtschaftet hat. Und da war dann dieses Video und ich war plötzlich angefixt. Ich kaufte mir eine dieser Anfängerspindeln und legte sie nicht mehr aus der Hand. Und es funktionierte sofort. Ich war wie hypnotisiert, als der Faden immer länger wurde. Es war wie ein Flashback in eine unbekannte frühere Zeit, als das eine normale Tätigkeit von Frauen war. Das war wohl das faszinierende daran, das ich Teil von einer Kette wurde. Das war völlig abgefahren. Und noch heute ist es immer wie ein Rückzug in die Zeitlosigkeit, wenn mir heute alles zu laut und zu schnell wird, setzte ich mich ans Rad und bin weg.

Kardieren und Spinnen

Kannst Du uns Laien erst einmal erzählen was es für grundsätzliche Unterschiede in Techniken gibt? Also so die gröbsten Unterscheidungen? Und was davon machst Du?

Die Techniken sind so unterschiedlich wie die Fasern. Ich als Spinner gehe immer von der Faser aus.
Es gibt pflanzliche Fasern, tierische Fasern, kurze und lange, glatte und krause usw. Alle verhalten sich beim Spinnen anders. Und danach richten sich die Techniken und es kommen unterschiedlich gebaute Garne dabei heraus. Manche Fasern lassen einem mehr Spielraum, andere weniger.

Nehmen wir Baumwolle: Vielleicht hast du schon bemerkt, dass alle dickeren Baumwollgarne aus vielen kleinen Einzelfäden bestehen. Es gibt keine dickeren Singlegarne, also aus einem einzigen dicken Faden bestehend. Es ist nicht möglich, weil Baumwolle sehr kurze Fasern hat. Die müssen mit sehr viel Drall zu dünnen Fäden verdreht werden, sonst reißt der Faden. Dafür braucht man auch besondere Einstellungen am Spinnrad. Die dünnen Fäden werden dann zu dickeren zusammengefasst.

Die Stricker werden das Thema aber eher vom Garn aussehen. Hier kann man grob Typen unterteilen: Zwirne, Singlegarne, Lacegarne, Bouclé… Das sind alles Garne, die nach dem Aufbau unterschieden werden und gehören zu den traditionellen Garnen. Streichgarn und Kammgarn sind auch traditionelle Garne, werden aber nach der Verarbeitungstechniken der Fasern und unterschiedlicher Spinntechnik unterschieden.

Anmerkung: Im Blog von Kathrin findet Ihr einen weiterführenden Artikel über den Vergleich von Kammzug und Vlies.

Handspinnen Singlelace Corespun

Verlaufgarne werden durch den Farbeffekt gekennzeichnet, könnten aber alles andere auch sein: Lacegarn, Zwirn, Corespun etc.

Traditionelle Garne sind natürlich auch schön, aber in erster Linie für eine bestimmtes Strickgenre gemacht: Lace zB. Socken, Aranstrickerei etc.

Dann gibt es die Effektgarne. Diese Sparte grenzt jeder anders ein. Dazu gehört alles was einen Effekt in das Strickstück bringt. Sprich: Das Garn selbst spielt eine größere Rolle, neben Schnitt und Muster des Strickstückes. Die Textur, also z.B. Locken, Bouclé, Mohair, oder irgendwelche Objekte wie Perlen, Spiralverzwirnung etc. Aber auch die Farbe, wie Melierungen, Verläufe, Fraktalspining, Farbspots oder einfach die Faseranordnung an der Oberfläche. Diese Garne können meist nicht mit jeden Muster gestrickt werden. Dick&Dünn kombiniert mit Aranmuster – das wäre etwas komisch. Die Effektgarne sind nicht so zurückhaltend, wie traditionelle Garn.

Zuletzt gibt es noch die Artyarns. Sie sind meistens Garne, die überhaupt nicht für den Stricker gemacht sind. Sie werden gesponnen, des Spinnens willen, damit sie einfach schön aus sehen und vielleicht für Kunstprojekte à la Lexi Boeger  oder als Hingucker in größeren Strickprojekten. Extreme Lockengarne, Garne mit Loops, Behives, Franzen, eingesponnen Objekten und sonstigen Extravanzien. Diese Garne machen wohl dem Stricker das Leben schwer.

Trashvlied-trashsupercoils-spinnen

Was für Fasern verspinnst Du hauptsächlich und warum?

Für mich als Spinner waren die Artyarns tatsächlich der Reiz, das Spinnen zu lernen.
Ich hatte ja damals nicht viel mit Stricken am Hut, als ich das Spinnen begann. Ich fand es einfach mega kreativ solche Garne zu machen und sie benötigen, auch wenn Sie so zufällig aussehen, eine gute Konstruktion. Doch irgendwann stellte sich die Frage, was ich mit den ganzen Garnen machen sollte.
Ich wollte dann wissen, warum die Stricker ihre liebe Müh und Not mit den Garnen haben und wie ich einen Kompromiss zwischen Effekt und Strickkomfort finden kann.
Heute spinne ich daher moderate Effektgarne, die kein aufwendiges Muster vertragen. Sie sind an Einsteiger gerichtet, die erstmal nur gerade aus stricken, aber durch das Garn trotzdem einen Effekt haben. So wird das Problem zum Vorteil. Deshalb mache ich auch die Knit kits – ein Sorglos-Paket.

Da ich aber langsam selbst als Stricker wachse spinne ich inzwischen auch traditionelle Garne, bei denen ich mich mit Fasermischungen vergnüge. Privat stehe ich auf Mischungen mit Kamel, Ramie, Soja, Bambus und Seide. Für den Shop ist es hauptsächlich Merino, einfach wegen der Kundenwünsche.

Für meinen Shop ist mir wichtig, dass ich jedes Garn jederzeit reproduzieren kann. Ich bin ein Kontrollfreak was für meine Knit Kits äußerst praktisch ist. Ich möchte jedem Kunden das gleiche Garn bieten, was nicht leicht ist, weil die Finger jeden Tag eine andere Laune haben, ähnlich wie bei der Handschrift. Da wird ein simples Lowtwistgarn plötzlich zur Herausforderung.

Streichgarn spinnen stricken

Ist das Spinnen für Dich ein reines Hobby? Und was machst Du im „eigentlichen Leben“ falls ja? 

Spinnen war zunächst ein Ausstieg aus meinem kopflastigen „echten Leben“. Ich bin Kunsthistorikerin und Archäologin mit Schwerpunkt Baukunst im Nahen Osten vor und um Christus. Diese alte Lebensweisen und Kulturen waren also schon immer präsent. Irgendwann stellte ich die Frage mehr Forschung oder mehr Familie. In meinem Fall fiel die Koste-Nutzen-Rechnung meines beruflichen Weges nicht so familienfreundlich aus. Also hielt ich lange Zwiesprache und bin dann ins kalte Wasser gesprungen. Ich hatte keine Ahnung, wie die Sache laufen wird, aber ich war frei. Plötzlich fand ich dann ein kleines, niedliches aber recht abgeranztes altes Industriegebäude um 1890.

Werkstattvorher

Ich saniertes es 1 Jahr lang mit meinem Mann und lieben Freunden und heute ist es meine Werkstatt und Back to the Wheel ist meine kleine Handspinnerei auf Dawanda geworden. Ich mache jetzt das, was eigentlich schon immer ein armer Job war und seit der industriellen Revolution endgültig tot und unwirtschaftlich ist: Lohnspinnerei. Nüchtern betrachtet, völlig irre, aber ich will nicht einsehen, dass es nicht doch möglich ist, eine Brücke in unsere Zeit zu schlagen.

werkstatt

Kannst Du uns Laien jetzt noch Begriffe wie Kerngarn, Streichgarn und Kammgarn erklären? Ich veranstalte ja gerade den Brooklyn Tweed Knit Along und verstricke das Garn “Loft”. Die Garne Loft und Shelter sind beide „woolen-spun“. Was genau bedeutet das und was ist der Unterschied zu den „worsted-spun“ Garnen?

Kerngarn = core-spun: Ein Garn das einen stabilen Kern hat um die sichtbare Fasern herum gesponnen wurden. Das coole an Kerngarnen ist, dass sie einen andern Faserwinkel haben. Die Fasern lassen sich vor dem Spinnen anders mischen und an der Garnobfläche regelrecht trappieren. So können auch empfindliche Fasern in ein reißfestes Garn verwandelt werden.

Streichgarn = woolen-spun: das Garn wurde aus einem kardierten Vlies gesponnen. Dabei wurde der sog. lange Auszug verwendet. Das Ergebnis ist luftig, leicht heterogen, hat einen höheres Wärmevermögen durch den Lufteinschluss. Die dazu genutzten Fasern sind meist krauser und sie haben unterschiedliche Längen. Ihre Faserenden stehen aus der Garnoberfläche heraus, was das Garn entweder flauschiger oder kratziger macht, je nach Empfinden und Faser. Die Maschen wirken etwas unruhiger oder können unregelmäßiger ausfallen.

Kammgarn = worsted-spun: Das ist das Gegenteil von Streichgarn. Es wird aus einem Kammzug gesponnen. Dh. die meist glatten Fasern (zB. Merino) wurden parallelisiert und haben grob die gleiche Länge. Gesponnen wird mit dem sog. kurzen Auszug. Dieser führt zu einer sehr glatten Oberfläche mit weniger Lufteinschluss. Das Garn ist gleichmäßiger, kompakter, glatt. Die Maschen sind definierter und gleichmäßiger. Das Strickstück fühlt sich entweder schmeichelnder oder härter an, je nach Faser.

Unterscheidungsfaktoren sind: Faservorbereitung (Kämmen oder Kardieren), Fasertyp (glatt oder kraus) und Technik (langer oder kurzer Auszug). Mischt man diese Faktoren untereinander entstehen Halbkammgarne. Die Engländer sind hier spezifischer: Woolen vs worsted mit den Mischtypen semi-woolen und semi-worsted ja nach Art der Kombination der oben genannten Faktoren.

Streichgarn stricken spinnen

Warum reißen die Streichgarne so schnell, wofür sind sie besonders gut geeignet und wofür weniger gut?

Streichgarne können schneller reißen, müssen sie aber nicht. Das hängt von der Faser ab. Besteht das Garn aus längeren Fasern (es gibt auch gekräuselte und längere Fasern) passiert das nicht so schnell. Sind die Fasern aber recht kurz, dann benötigen sie beim Spinnen viel Drall. Der Drall hebt sich beim Zwirnen wieder auf. Dann fixieren sich die Fasern der einzelnen Fäden gegenseitig und die Fäden wie auch der gesammte Zwirn gewinnt wieder an Volumen, verliert aber auch an Zusammenhalt. Je enger die Zwirnung (WPI) desto fixer. Hier kommt es auf die Balance zwischen Zwirnung und Faserlänge an.

Tweedgarne sind da noch etwas spezieller. Der Tweedeffekt entsteht durch die Einmischung andersfarbiger Fasern, die sehr kurz sind. Tweed kann nur kardiert werden, so landen wir schon mal bei den Streichgarnen. In der Mischung machen kurze Fasern Spots und lange Fasern Streifen. Und so landen wir bei einem Streichgarn mit überwiegend kurzen Fasern und das Garn kann schneller reißen.

Streichgarne sind wärmer und leichter als Kammgarne. Grund ist der luftige Aufbau durch die Spinntechnik. Kammgarne halten aber mehr Reibung aus, sowohl beim Stricken, als auch im Pulli. Kammgarne halten auch länger die Elastizität im Strickstück, z.B. bei einem Rippenbündchen in der Mütze.
Kammgarne sollten eher mit kleineren Nadeln gestrickt werden, soll da nicht der Wind durch die gut definierten Maschen pfeifen. Sommerstrick ist auch eher was für Kammgarne, wobei da dann doch eher noch Baumwolle oder Pflanzenfaser interessant werden. Lace und Großmaschiges ist auch eine typische Sparte für die Kammgarne. Alles was fließend fallen soll oder mehr Zug aushalten muss sollte ebenfalls eher nicht aus Streichgarn gemacht werden.

 

Wow! Vielen Dank, Kathrin, für Deine so ausführlichen Antworten! Ich hoffe, bald mal einen Deiner Kurse zu besuchen!

Seid Ihr auch so angetan wie ich? Klickt Euch weiter in Kathrins Welt…

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Kinderjäckchen von Madeleine | {Anleitung}

Vor einer ganzen Weile habe ich mal bei einem meiner Samstagskaffees ein Foto dieses super hübschen Kinderjäckchens gezeigt. Daraufhin haben viele von Euch nach der Anleitung gefragt (einigen haben ich sie zum Probelesen geschickt) und nun ich möchte sie Euch endlich verlinken.

stricken Kinderjacke

Entworfen hat das kleine trachtenähnliche Jäckchen Madeleine. Eine meiner begeisterten Mitstrickerinnen im wöchentlichen Stricktreff. Sehr witzig, wie sich manchmal die Kreise so schließen. Madeleine ist nämlich die Mutter eines Grundschulfreundes meines Bruders. Wir haben uns zufällig bei diesem Stricktreff wieder getroffen, nachdem ich selbst jahrzehntelang nicht in Berlin gelebt habe. Und nun hat sie für meinen kleinen Prinzen diese Jacke gestrickt und die Anleitung gleich mit notiert. Ihr findet sie ab drüben im Shop (zur Anleitung Trachtenjäckchen), die Anleitung deckt die Größen 50 bis 104 ab.

Trachtenjacke für Kinder stricken

Gestrickt wird das Jäckchen aus Lanacashmere von Lanecardate, aber natürlich kann man das Garn beliebig ersetzen (ich finde die Farbpalette von Lanacashmere jetzt nicht so sonderlich umfangreich), einfach auf Gewicht und Lauflänge achten!

Babydecke stricken | {Welches Garn?}

Ich bekomme immer wieder Emails mit der Frage “Welche Wolle sollte ich für eine Babydecke verwenden?”. Die Beiträge über Babydecken hier auf dem Blog rangieren nämlich ganz oben unter den Klickzahlen. Da gibt es die Patentdecke aus dem letzten Sommer, oder meine Babydecke “Mila” im Chevronmuster, oder die gestreifte Babydecke von Cécile. Da dachte ich mir, ich starte mal eine kleine Serie, in der ich Anfängerinnen und ungeübteren Strickerinnen einfach erzähle, wie ich vorgehe, wenn ich eine Babydecke stricken möchte. Und damit das nicht allzu theoretisch bleibt, stricke ich dabei einfach auch gleich eine Babydecke mit!

Die Fragen, die ich Euch während des Strickens beantworten möchte sind: Welche Wolle wähle ich aus und warum? Was brauche ich für Stricknadeln? Wie groß soll so eine Decke sein und wie berechne ich dann wieviele Maschen ich benötige? Wo finde ich schöne Muster? Und mal sehen was mir sonst noch so einfällt oder hier vielleicht gefragt wird.

Babydecke welche Wolle

Zu Beginn meines neuen Projektes “Babydecke stricken” stelle ich mir die Frage nach der Auswahl des Materials. Ich persönlich stricke mittlerweile ausschließlich mit natürlichen Fasern und werde auch für meine Babydecke ein entsprechendes Garn auswählen. Aber es gibt ein paar Faktoren, die Du bei der Auswahl Deines Garns beachten solltest, um am Ende das für Dich perfekte Garn auf den Nadeln zu haben:

Wärme- und Kuschelfaktor

Babys haben es gern warm. Natürliche Fasern sind wärmer als künstliche Fasern, ja selbst Baumwolle hält die kleinen kuschelig wärmer als Acrylfasern. Ich persönlich würde nun also unabhängig von meiner Vorliebe für natürliche Fasern auch für Babydecken immer ein Garn ohne (oder mit möglichst geringem) künstlichen Faseranteil auswählen. Wenn Du Dich für Wolle von Tieren entscheidest, dann achte zusätzlich darauf, dass das Garn wenig fusselt oder haart.

Darüber hinaus soll die Wolle natürlich nicht kratzen, schließlich kommt sie mit zarter Babyhaut in Berührung. Die feinste, vom Schaf gewonnen Wolle ist die des Merinoschafes. Merinowolle kratzt nicht auf der Haut und eignet sich daher hervorragend für Babystricksachen.

Pflege und Waschbarkeit

Wärme ist das eine, aber wie sieht es mit Pflege und Waschbarkeit aus? Junge Mütter haben wenig Zeit, Babysachen von Hand zu waschen. Ich persönlich tue das zwar bei meinen Kindern für ausgewählte Kleidungsstücke, aber auch ich finde es praktischer, die Teile einfach mit in die Maschine zu werfen. Einen Schrank voller Cashmere-Kleidung fänd ich auch äusserst stressig.

Baumwolle ist grundsätzlich pflegeleichter als Schurwolle, es gibt aber auch viele sehr schöne superwash behandelte Wolle, die man problemlos in der Maschine waschen kann, ohne dass sie filzt. Soll Deine Babydecke also maschinenwaschbar sein, dann verwende entweder Baumwolle oder aber waschbare Wolle. Ob eine Wolle waschbar ist, erkennst Du beim Kauf schon auf der Banderole!

Fazit

Die aufgezählten Faktoren schränken Deine Auswahl des Garnes nun sehr ein. Wenn wir auf künstliche Fasern verzichten, gleichzeitig aber nicht möchten, dass die Babydecke zu sehr fusselt oder haart, haben wir die Wahl zwischen einer Baumwolle und einer Merino-Wolle. Damit die Decke auch fertig wird, gleichzeitig aber nicht zu dick wird, sollte sie mit einer Nadelstärke 4mm bis 6mm zu stricken sein.

Ein paar schöne und geeignete Garne für Babydecken habe ich bei mir im Shop versammelt. chau Dir am Besten die Farbpaletten an, denn die Farbauswahl ist natürlich auch ein sehr wichtiger Faktor:

– Baumwolle “Ica” von Lamana für eine Nadelstärke 5 bis 5,5mm
– Merinowolle “Como” von Lamana für eine Nadelstärke 3,5 bis 4,5mm
– Baumwolle-Modal Mischung “Cosma” von Lamana für eine Nadelstärke 5 bis 5,5mm
– Merinowolle “Merino Baby” von Pascuali für eine Nadelstärke 3mm
– Baumwolle-Kaschmir Mischung “Sole” von Pascuali für eine Nadelstärke 3,5 bis 4mm

Für meine Babydecken Karli und Kora habe ich Como verstrickt. Es ist unglaublich luftig und leicht mit einer Lauflänge von 120m auf 25g. Für welche Nadeln bzw. Nadelstärke ich mich entscheiden werde, berichte ich das nächste Mal, dazu muss ich nämlich erst ein paar Maschenproben stricken! Und genau das solltest Du auch tun, bevor Du mit der eigentlichen Babydecke beginnst.

Ostereier häkeln | {Mollie Makes}

Heute kann ich Euch endlich erzählen, weshalb ich bereits im tiefsten Winter – im Januar nämlich – fleißig Ostereier gehäkelt habe, denn die neue deutsche Ausgabe der Mollie Makes ist da! Mit einer kleinen, feinen Anleitung von mir, jippiiieh! Ich zeige Euch dort auf Seite 38 bis 41 wie man diese hübschen bunten Eier häkelt.

Anleitung Ostereier häkeln

Ich habe jeweils zwei verschiedene Farben der Baumwolle “Cotonara” von Jungshans-Wolle verwendet. Junghans hatte mir nämlich ein ordentliches Päckchen Garn mit vielen verschiedenen Farben für meinen Beitrag gesponsert, vielen Dank! Ihr benötigt ausserdem eine Häkelnadel, Füllwatte und eine Wollnadel zum Vernähen des Fadens und schwups, könnt Ihr loslegen.

Häkelanleitung Mollie Makes

Als Anja aka Maki mich im Dezember anschrieb und nach einer österlichen Idee aus dem Hause Maschenfein fragte, musste ich ehrlich gesagt ziemlich lange grübeln und über ein möglichst einfaches, schnelles, aber hübsches Oster-DIY nachdenken. Gehäkelte Eier fand ich dann toll und so habe ich schließlich ziemlich lange rumgehäkelt, um mit diesem Garn die perfekte Eier-Form und vor allen Dingen -Größe zu finden und mich dann mit Carina Häkelmonster beraten, die netterweise auch die finale Anleitung probegehäkelt hat.

Ostereier Anleitung zum häkeln

Die aktuelle Mollie hat aber natürlich auch sonst wieder viele hübsche Ideen zu bieten! Eine tolle Häkelanleitung für den Panda auf dem Cover, ein zauberhaftes Interview mit der Illustratorin Johanna Fritz, eine schöne Strickanleitung für eine Raglanstrickjacke aus Kid-Seta, geknookte Eierwäremer (keine Ausgabe ohne Anjas geliebtes Knooking) und vieles mehr.

Anleitung häkeln Eier

Bis morgen könnt Ihr übrigens drüben bei Caro eine Ausgabe gewinnen! Viel Glück!

Meine neue Strickjacke to be | Quince & Co

Der zweite gathering stripes Pullover ist beinahe fertig (er strickt sich wirklich quasi wie von selbst und flutscht schnell von den Nadeln), es fehlen nur noch die Ärmel. Das bislang so verhasste Ärmelstricken finde ich mit der Magic-Loop-Methode übrigens nun gar nicht mehr schlimm, was bin ich glücklich die für mich entdeckt zu haben! Es durfte also ein neues Projekt her und ich erzähle Euch heute schon einmal voller Vorfreude was das sein wird:

Stricken Strickjacke Quince & Co

Pam Allens Anna Cardigan aus der Home Collection! Da ich in den letzten Monaten gefühlt (also bis auf die Prinzenpullis) nur Schals und Tücher gestrickt habe, wollte ich nun endlich mal wieder etwas zum Anziehen für mich stricken. Ich habe sehr lange nach einer passenden Anleitung gesucht und war kurz davor, mir selber einen Raglan-von-oben zu berechnen, aber so richtig hatte ich da auch keine Lust drauf.

Es fiel mir wirklich schwer, mich zu entscheiden, geht Euch das auch immer so? Meine Favoriten-Liste bei Ravelry wurde länger und länger, ich stöberte stundenlang in den verschiedensten Shops nach den passenden Garnen, liebäugelte schließlich sehr mit True von Joji Locatelli, suchte aber ein schnelleres Projekt. Etwas mit greifbarem Erfolg. Ein kurzes Jäckchen. Und so ist es also Anna geworden. Ich wollte schon immer einmal das Quince Garn ausprobieren, gefunden und bestellt habe ich Piper in der Mercerie.

Auf den Nadeln {März}

Los geht es mir einer neuen Runde “Auf den Nadeln”, denn der März ist da! Im vergangenen Monat gab es viel zu stöbern, ich freue mich immer über jeden einzelnen Link und hüpfe gespannt zu Euch herüber, das ein oder andere Projekt bzw. die dazugehörige Anleitung ist schon an meinen Pinnwänden gelandet. Auch auf Instagram gab es unter dem Hashtag #aufdennadelnfebruar viel zu sehen!

Pullover für Kinder stricken

Ich habe im vergangenen Monat irgendwie irre viel gestrickt. Nach dem Rautenschal wollte ich eines meiner UFOs beseitigen und entschied mich für den freestyle Raglan-von-oben, den ich im vergangenen Winter für den Prinzen angeschlagen hatte. Ich ribbelte kurzerhand alles auf und mittlerweile ist der gathering stripes nun bis auf die Ärmelenden fertig. Ein zweiter wird direkt im Anschluss gestrickt, denn dieses Modell ist herrlich einfach, schlicht, aber schön und das absolut perfekte Zwischendurchprojekt, wenn man nicht viel denken möchte. Die Wolle heißt Zara von Filatura die Crosa, ich habe sie vergangenen Winter bei mylys in Hamburg gekauft und nun nachgeordert. Eignet sich mit der superwash-Ausrüstung sehr gut für einen Prinzenpulli und strickt sich ganz herrlich.

Und was habt Ihr im März so auf den Nadeln? Was ist aus Euren Projekten geworden? Verratet Ihr’s mir? Ich freu mich drauf! Verlinken könnt Ihr Euch den ganzen Monat lang! Achtung: Ihr müsst in Euren Post einen Backlink zu diesem Beitrag oder Blog setzen, sonst funktioniert das mit dem Link-Tool nicht. Ein Backlink ist nichts anderes, als ein Link zu diesem Blog :)!

Auf Instagram benutze ich den Hashtag #aufdennadelnmärz. Macht doch dort auch mit!

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Babystrick aus Norwegen {Inspirationen}

Instagram ist schlimm. Schlimm, schlimm, schlimm. Jedenfalls falle ich immer wieder drauf rein, äähh, lasse ich mich immer wieder inspirieren. So auch von dieser so tollen, gemütlichen Hose für Kinder. In den Größen Mini bis 6 Jahre, rutschte sie immer wieder mit dem Hashtag #simpelthenbukse in meinen Insta-Feed. Als ich dann gestern über diese Version, die ich für Jungs so niedlich finde, stolperte, landete die Anleitung (gibt es auf norwegisch oder englisch) flink in meinen Warenkorb.

Die Hose wird aus “Babysilk” von Du Store Alpakka gestrickt, da machte mein Strick-Herz einen Hüpfer, das habe ich nämlich in meinem Maschenproben-Wahn sehr ins Herz geschlossen (das eignet sich bestimmt auch hervorragend für eine Babydecke… hach, brauch ich ja leider nicht). Also hatte ich direkt einen Grund, zwei Knäule in blau zu ordern – für den Prinzen. Die sind hoffentlich schnell hier. Ein neues Zwischendurchprojekt, wenn die Socken fertig sind.

Es gibt noch mehr wunderschöne Anleitungen auf der Seite von Paelas:

Schöne Kindersachen strickenFotos alle von www.paelas.com.

Oben links: Die Simpelthen Bukse, die hier bald auf den Nadeln landet. Die Anleitung gibt es auf englisch, sie ist sehr leicht verständlich, hab sie schon durchgelesen. Gestrickt wird die Hose mit Babysilk auf 2 bis 3mm Nadeln. Ein schönes Detail finde ich andersfarbige Taschen. Zeige ich Euch dann, wenn es soweit ist.

Oben rechts: Die Alljahres-Jacke, gestrickt aus Fin und Air auf 4er oder 5er Nadeln.

Unten links: Das Flashtopp, auch wieder aus Babysilk gestrickt, auf 3,5er Nadeln.

Unten rechts: Die Julekjole, die Anleitung gibt es leider (noch) nur auf norwegisch, aber ich finde das Kleid zu niedlich.

Im Maschenproben-Wahn

Ich habe ja hier ein paar Garne zum Probieren liegen und bin nun eifrig dabei, Maschenproben in glatt rechts und kraus rechts zu stricken, gefolgt von Musterproben. “Strickst Du immer Maschenproben?” fragte Katharina mich ungläubig bei unserem gemütlichen Strick-Plausch mit Carina am Samstag, als ich meine vielen Pröbchen aus dem Täschchen kramte. Nee. Also ehrlich gesagt gehörte ich eigentlich immer zu denen, die lieber direkt losstricken, es kaum abwarten können und denken “passt dann schon”.

Wieso Maschenprobe

Passt leider nicht immer. Musste ich schon öfter feststellen und ribbeln.

Dabei sind Maschenproben ja echt was tolles! Es gibt ganze Blogs, die sich Maschenproben widmen. Für mich ist das Neuland. Also die Maschenprobe an sich ja nicht, aber die Freude daran. Die konnte ich bislang nicht nachvollziehen. Genau wie die Freude am Sockenstricken. Socken habe ich bis vor ein paar Monaten noch belächelt und nun laufe ich gerade Gefahr, meine Sockenkiste gewaltig aufzustocken. Oh Schreck!

Maschenproben stricken

Nun bin ich sogar so sehr im Maschenproben-Wahn, dass ich jede Probe gleich doppelt stricke, um dann eine zu waschen und zu spannen und hinterher mit der ungewaschenen zu vergleichen. Verrückt, oder? Also vielleicht macht Ihr das auch so und belächelt meine Zeilen, aber für mich ist das ziemlich neu und es macht richtig Spaß!

Angesteckt hat mich Clara Parkes. Ihre zwei Bücher kann ich Euch ganz wärmstens ans Herz legen, leider sind sie (soweit ich weiß) noch nicht auf Deutsch erschienen. The Knitter’s Book of Yarn schlage ich immer wieder auf und stöbere gern darin. Den Anleitungs-Teil hätte sie dabei allerdings meiner Meinung nach getrost weglassen können. Sie hat übrigens auch einen super tollen Craftsy-Kurs gedreht, den höre ich mir immer wieder gern beim Stricken an. So als Podcast-Alternative.

Wie macht Ihr das so? Strickt Ihr auch gern Maschenproben? Und wenn ja, wie viele und in welcher Form?

Woolspire – ein neues Strick-Café im Internet

Endlich komme ich dazu, Euch mal ein wenig mehr über die neue Plattform “Woolspire” zu erzählen, die Heidi vom Blog Wool Rocks vor einem Jahr gestartet hat. Einige von Euch waren ja quasi schon mit mir via Instagram in Kopenhagen bei ihr zu Besuch im Büro. Das ist die Heidi, die ich Euch in meinem ersten maschenfeinen Interview vorgestellt habe.

Strickblog Strickanleitungen Stricktreff

Woolspire soll eine neue Online Community für all diejenigen, die Wolle und das drumherum lieben, werden – und zwar auch in Deutschland, auf Deutsch. Die Idee zu dieser neuen Plattform entstand vor über einem Jahr. Heidi schrieb ihren Strickblog, hatte viele Kontakte mit anderen Strickbloggerinnen in Dänemark (wo sie lebt) und Norwegen (ihre Heimat) und für diese Gruppe entstand mehr und mehr ein Bedarf, sich online zusammen zu tun. Einen Treffpunkt zu finden, der mehr erlaubt, als nur das gegenseitige Kommentieren.

Eine Art virtuelles Strick-Café, bei dem Anleitungen rumliegen, die man sich gegenseitig zeigen kann. In dem jeder seine Wunschlisten auslegen kann. Seine Projekte schön geordnet in eigenen Fächern liegen lassen kann. Den anderen über die Schultern schauen kann. Vielleicht auch mal aufstehen kann, um der Runde etwas mehr zu erzählen. Man kann eigene Designs und Anleitungen entwickeln, sie teilen, oder zum Verkauf auslegen. An das Café angrenzend gibt es ein Regal, in dem alles was das Herz begehrt auch eingekauft werden kann. Kein Gesuche mehr im Internet, in der Vision sollte alles an einem Ort verfügbar sein.

Stricktreffn online Strickblog

Da diese Plattform, an der nun schon seit Monaten programmiert wird, in vier Ländern gleichzeitig startet (Dänemark, Norwegen, Finnland und Deutschland), ist da eine Menge zu tun und es hat sich ein nettes Team versammelt, mit den unterschiedlichsten Kompetenzen. Viele Blogger in Dänemark und Norwegen sind bereits an Bord und bloggen sogar schon miteinander auf eine Beta-Version von Woolspire.

Strickplattform Strickcommunity

Als wir uns im Oktober eigentlich eher zufällig trafen (zum Stricken natürlich), erzählte Heidi mir mehr und ganz ausführlich über alle ihre Ideen. Und sie fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, sie beim Deutschen Teil der Plattform zu unterstützen? Viele Ideen und einige Wochen später gibt es nun schon einmal den deutschen Woolspire Instagram Account (den ich Insta-Freak fleißig befülle, höhö, ich freu mich, wenn ihr mich auch dort besuchen kommt) und die deutsche Website ist im Aufbau. Es  muss noch viel übersetzt werden, aber

Auch der Shop ist im Aufbau und Ihr könnt Euch sicher vorstellen wie viel Arbeit allein das Fotografieren und einpflegen der vielen Produkte ist. Von jeder Sorte Wolle eine Farbe. Jede Nadel, jedes kleinste Zubehör muss ausgepackt, fotografiert, wieder eingepackt werden. Texte müssen eingegeben, Preise und Lagermengen sorgfältig notiert werden. Da kommt dann eins zum anderen.

Was aber nun das Strick-Café betrifft: Der Startschuss fällt bald und jeder kann mit machen. Es sind noch lange nicht alle Funktionen verfügbar, aber sobald es in kleinen Schritten los geht, sag ich Euch Bescheid! Ihr könnt Euch sogar schon dort auf der Seite eintragen, wenn Ihr als erstes informiert werden wollt, sobald es mehr zu sehen gibt!

Wenn Ihr Lust habt, Eure Projekte zu zeigen, oder über bestimmte Themen zu bloggen, dann meldet Euch aber auch gern schon jetzt! Seid dabei und gestaltet diesen neuen Ort im Internet gemeinsam mit. Das wäre großartig!

Wer neugierig ist, schickt mir einfach eine Mail an hallo (at) maschenfein (Punkt) de für einen weiteren Austausch! Ich freu mich!

Dreieckstuch aus Semilla und Superior

Heute zeige ich Euch einen Dreiecks-Schal, den ich schon vor einem Jahr gestrickt habe. Er hat es bislang aber nie auf den Blog geschafft. Damals habe ich zum ersten Mal den Garter Tab Cast-On ausprobiert. Falls Ihr den noch nicht kennt: dabei beginnt man das Dreieck in der Mitte der langen Seite nicht mit einem normalen Anschlag (der würde nämlich beulen), sondern mit einem kleinen speziellen “Dreh”, den Ihr bei Stephen West gut erklärt findet.

Semilla Superior Garn Zweifädig

Diesen Schal habe ich quasi “frei Schnauze” gestrickt. Glatt rechts mit abwechselnden Mustern. Es war mein erster Dreiecksschal mit einem Anschlag in der Mitte der langen Seite. Inspiriert hatte mich damals der Texturen Shawl von Orlane. Keine Ahnung warum ich nicht direkt den gestrickt habe, vielleicht war ich zu “faul” einer Anleitung zu folgen, höhö.

Dreiecks-Schal Garter Tab Cast-On

Er ist sehr schön geworden, ich habe ihn einer meiner liebsten Freundinnen geschenkt. Im Nachhinein hätte er noch einen Tick mehr Länge vertragen können.

Ich habe ihn zweifädig gestrickt, dazu hatte mich damals Naima von mylys mit ihrer Version der Mara inspiriert. Die hat sie nämlich auch aus BC Garn Semilla und Superior von Filatura di Crosa gestrickt und sie sah so wunderbar kuschelig aus.

Die Kombination dieser zwei Garne mochte ich übrigens so gern, dass ich sie auch bei meinem XXL-Schal verwendet habe.

In das Superior-Garn bin ich mittlerweile so sehr verliebt, dass ich daraus auch aktuell den niemals enden wollenden Schal stricke, der hier im November auf den Nadeln liegt. Es ist unglaublich weich und kuschelig. Allerdings auch irrsinnig zart. Vielleicht sollte mal einfach mal das Superior-Garn zweifädig stricken…. ohja! Landet gleich auf der Liste!

Und ich geselle mich heute wieder zum RUMS.