Projekt der Woche {Tschilp von ANKESTRiCK}

In den letzten Wochen füllt sich mein Postfach beinahe täglich mit vielen Emails, die Fragen nach Garnen für bestimmte Projekte enthalten. Ich versuche möglichst innerhalb eines Tages zu antworten, manchmal klappt das nicht ganz, falls Ihr allerdings länger als drei Tage nichts von mir hört, dann fragt ruhig einfach noch einmal nach. Nicht, dass Ihr in den Weiten meines Postfaches verloren gegangen seid. Ab und an kann auch in der Maschenfein Facebook-Gruppe ganz prima geholfen werden, weil da so viele Profis unterwegs sind, die entweder vieles kennen oder immer super Tips haben. Jedenfalls dachte ich mir, ich greife einfach ab und an mal eines der vielen schönen Projekte, die in der Maschenfein „Community“ gerade so gestrickt oder geplant werden, heraus und schreibe eine Projektidee der Woche für Euch auf, die dann zugleich auch eine Anfrage beantwortet.

Tschilp-Ankestrick-welches-Garn
Foto links: ANKESTRiCK, Fotos rechts von oben nach unten: ITO Washi, ITO Urugami, ITO Shio alle von ITO Yarns. 

Gestern fragte zum Beispiel Elca nach einem passenden Garn für ihr neues Frühlingsprojekt, den „Tschilp“ von ANKESTRiCK. Die Anleitung gibt es auf Ravelry auch auf Deutsch, yeah! Ich musste mir Tschilp allerdings erst einmal genauer anschauen, ich kannte ihn nämlich noch gar nicht. Nachdem ich mir dann das betroffene Modell angeschaut habe, werfe ich immer einen Blick in meine liebsten Maschenproben und schaue was sich passend anfühlt und wo vor allen Dingen die Maschenprobe in etwa den Angaben der Anleitung entspricht. Dabei ist es völlig egal mit welcher Nadelstärke ich die Probe gestrickt habe. Es kommt einzig und allein darauf an, ob das Gestrick in der gesuchten „Maschendichte“ schön und passend ist. Denn eine andere als in der Anleitung angegebene Nadelstärke zu verwenden ist ja nun das geringste Problem. Hauptsache die Maschen (und möglichst auch die Reihen, wobei das nicht ganz so schlimm ist) müssen nicht umgerechnet werden.

Für Elca und ihr Projekt Tschilp habe ich zwei Ideen, beide werden mehrfädig gestrickt:

  • ITO Washi (54% Papier, 46% Viskose) in Kombination mit ITO Urugami (72% Wolle, 28% Papier), oder
  • ITO Washi in Kombination mit ITO Shio (100% Wolle), dabei kann die Shio je nach Belieben ein- oder zweifädig zu Washi kombiniert werden

ITO-Garne-für-Tschilp-ANKESTRICKFoto oben: ITO Washi in der Farbe “carrot”, unten links: ITO Urugami in der Farbe “tangerine” und unten rechts ITO Shio in der Farbe “tangerine”. 

Ich mag die Haptik der ersten Kombination (Washi und Urugami) sehr. Urugami ist im Kern ein gezwirnter Papierfaden, aussen von Wolle umsponnen. Es sieht aus wie ein glatter runder Faden und hebt sich im Gestrick ziemlich vom Washi ab, denn Washi ist ein leicht strukturiertes Garn. Ich mag das, man sieht die Zweifädigkeit in der Struktur dann deutlich. Gleichzeitig ist es sehr luftig, also sicher für Sommerstrick prima geeignet.

Wer ein „Ineinanderschmelzen“ der Fäden lieber mag, dem würde ich dann die Kombination aus Washi und Shio ans Herz legen. Und wer es ausserdem (wie ich) auch ein wenig „dichter“ mag, der sollte dann Shio zweifädig zu Washi kombinieren, also insgesamt mit drei Fäden stricken, um auf die passende Anzahl Maschen zu kommen. Ein tolles Strickbild, ein größerer Anteil Wolle und es fühlt sich auch etwas weicher an als die erste Kombination mit dem Urugami.

Egal für welche Kombination Ihr Euch entscheidet, Ihr müsst zwingend vorher eine Maschenprobe stricken, um herauszufinden mit welcher Nadelstärke Ihr den Tschilp nach der Anleitung stricken könnt. In meiner Maschenprobe komme ich für beide Kombinationen mit einer 3,5mm auf etwa 24 Maschen für 10cm. Dünnere Nadeln habe ich noch nicht probiert, ich würde mal eine MaPro mit 3,25mm stricken, sie naütrlich waschen und dann mal messen.

Garnmenge: Laut Anleitung werden je nach Größe 730 bis 1170m benötigt. Also:
4-5 Konen Washi und 3-5 Konen Urugami, oder
4-5 Konen Washi und 2-3 Konen Shio, oder
4-5 Konen Washi und 4-6 Konen Shio (falls Shio zweifädig gestrickt wird)

Anleitung: Tschilp findet Ihr auf Ravelry als PDF Download. Beim Kauf der Anleitung erhaltet Ihr alle verfügbaren Sprachen, das sind in diesem Fall Englisch und Deutsch.

Nadeln: Das müsst Ihr ausprobieren. Strickt eine Maschenprobe beginnend mit der Nadelstärke 3mm. Schlagt etwa 30 Maschen an, strickt ein Pröbchen, wascht es und lasst es trocknen. Erst dann könnt Ihr vernünftig ausmessen und entscheiden ob 3mm passt oder doch zu dicht wird!

Viel Spaß!

PS: Wieso ich Maschenproben liebe und viele Informationen rund um Material & Co. Gibt es in meinem Video-Kurs „1×1 der Maschenprobe“.

Kategorie Projektideen, Wolle & Co.
Autor

Die ersten Maschen schlug ich mit meiner Oma Lotti mit etwa fünf Jahren an. Hier auf meinem Blog teile ich nun viele Jahr später Inspirationen, Anleitungen, Tips und Tricks rund um meine große Leidenschaft fürs Stricken, Wolle & Co.